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Chronik Niederösterreich
08/28/2019

Dutzende Greifvögel vergiftet: Jäger unter Tatverdacht

Seit Jahren wurden in Niederösterreich Tiere vergiftet. Ein 69-Jähriger aus Waidhofen/Thaya soll der Täter sein.

von Patrick Wammerl

Seit Jahren werden im nördlichen Niederösterreich sowie im Burgenland Dutzende streng geschützte Greifvögel von Unbekannten vergiftet. Im Kampf gegen diese Form der Tierquälerei und Vergehen gegen den Artenschutz ist Ermittlern des nö. Landeskriminalamtes nun ein Erfolg gelungen: Ermittler der Umweltgruppe des LKA haben einen 69-jährigen Jäger und Hegeringleiter aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya als dringend Tatverdächtigen ausgeforscht.

Bei einer Hausdurchsuchung im Haus des Mannes fanden Polizei und Staatsanwalt nicht nur das Gift Carbofuran sondern auch die tiefgefrorenen Kadaver eines Uhu, von Füchsen und Marder. Ob die Tiere ebenfalls vergiftet wurden, soll nun eine veterinärmedizinische Untersuchung der Uni Wien klären. „Es wäre der Beweis dafür, dass das Gift gegen die Tiere eingesetzt wurde“, so ein zuständiger Ermittler.

Der Verdächtige rechtfertigt sich damit, dass er das Gift für andere Zwecke benötigte und die eingefrorenen Tiere zum Training für die Jagdhundeausbildung verwendet.

Bis zu zwei Jahre Haft drohen

Der Hegeringleiter wurde bei der Staatsanwaltschaft Krems wegen Gefährdung artgeschützter Tiere und Pflanzen angezeigt. Der Strafrahmen beträgt bis zu 2 Jahre Haft.

Auf den Mann war die Polizei gekommen, nachdem im Februar in der Region ein vergifteter Seeadler aufgefunden wurde. Außerdem häuften sich die Fälle vergifteter Marder, Füchse und anderer Greifvögel. Nach einem sachdienlichen Hinweis geriet der Hegeringleiter ins Visier der Ermittler.

Als Hotspot im Fall der vergifteten Vögel und anderer Tiere gilt der Bezirk Gänserndorf. Seit 2016 sollen dort mehr als 100 Rotmilane, Seeadler, Bussarde und andere qualvoll an Carbofuran verendet sein.