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Tausende Angriffe: Cyberkrieg als Trainingsszenario

Die FH St. Pölten probte beim „Locked Shields Partner Run“ für den Ernstfall - einen Cyberkrieg.
Viele Menschen sitzen und stehen in einem modernen Seminarraum mit Computern und diskutieren.

Zusammenfassung

  • Teilnehmende der FH St. Pölten trainierten bei der Generalprobe zur NATO-Cyberabwehrübung „Locked Shields 2026“ die Verteidigung kritischer digitaler Infrastruktur.
  • Im Fokus standen Teamarbeit, Kommunikation und schnelle Reaktion auf Tausende gleichzeitige Cyberangriffe unter realitätsnahen Bedingungen.
  • Die Übung verlangte von den Teams, unbekannte Systeme zu analysieren, Sicherheitslücken zu schließen und unter Zeitdruck komplexe Aufgaben zu koordinieren.

Wenn Tausende Cyberangriffe gleichzeitig auf eine digitale Infrastruktur einprasseln, entscheiden nicht nur technische Fähigkeiten über Erfolg oder Misserfolg, sondern auch Teamarbeit, Kommunikation und Schnelligkeit. Genau das lernten Teilnehmende der University of Applied Sciences St. Pölten (USTP), die an der Generalprobe zur internationalen NATO-Cyberabwehrübung „Locked Shields 2026“ teilnahmen. 

Die Übung gilt als weltweit größte Cyberabwehrübung und simuliert die digitale Infrastruktur eines ganzen Landes. Insgesamt nahmen heuer 16 internationale Teams aus Universitäten, Unternehmen und Verteidigungsinstitutionen am „Partners‘ Run“ teil – darunter auch ein rund 150-köpfiges Team aus Studierenden, Lehrenden, Alumni und Unternehmenspartnern aus St. Pölten. Im Mittelpunkt stand die Verteidigung kritischer Infrastruktur. 

Arbeit unter Zeitdruck

Stefan Machherndl, Junior Researcher am Department für Informatik und Security, organisierte das Team in St. Pölten. „Wir übernahmen dabei die Rolle eines sogenannten Blue Teams“, erklärt er. „Das bedeutet, dass wir für die Verteidigung verantwortlich sind: unbekannte Systeme analysieren, Sicherheitslücken schließen und auf Angriffe reagieren.“

Die Infrastruktur der Übungsumgebung ist den Teilnehmerteams am Anfang unbekannt. Daher musste das Team laufend priorisieren, um den Betrieb der Systeme aufrechtzuerhalten. Besonders herausfordernd sei der Umfang der Übung gewesen. Die simulierte Infrastruktur reichte von klassischen IT-Systemen bis hin zu Kommunikations- und Cloud-Diensten. Auch organisatorisch war die Übung anspruchsvoll. Welche Teams übernehmen welche Aufgaben? Wer koordiniert die Abläufe? Wie werden Informationen im Ernstfall schnell weitergegeben? 

Während sich die Teamstrukturen formierten, mussten gleichzeitig Kommunikationswege überwacht werden, um Angriffe frühzeitig zu erkennen und mögliche Einfallstore im Netzwerk zu schließen, bevor Schaden entsteht. 

Machherndl war vor allem von der Realitätsnähe der Übung fasziniert. „Persönliche Grenzen werden ausgelotet und die Zusammenarbeit erfolgt unter großem Druck.“ Gerade für Studierende, die noch nicht beruflich tätig sind, sei das ein echter Gewinn. Er sei schon gespannt, welches Szenario das Team nächstes Jahr bewältigen muss.

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