Mordversuch mit Messer in Klagenfurt: 15 Jahre Haft
Wegen versuchten Mordes mit einem Messer musste sich am Dienstag ein 32-jähriger Kenianer vor einem Schwurgerichtshof in Klagenfurt verantworten . Ihm wurde vorgeworfen, an einem alkoholreichen Abend mit einem Messer auf einen Freund eingestochen und diesen lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Angeklagte bekannte sich teilweise schuldig, er wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Am Abend des 3. August des Vorjahres war es in einer Wohnung in Klagenfurt zu der Bluttat gekommen. Gemeinsam mit einem Freund, einem 24-jährigen Syrer, habe der Angeklagte mehrere Bier und eine Flasche Whiskey getrunken.
Schließlich, so die Anklage, sei eine Freundin der beiden in die Wohnung gekommen, wollte aber nach kurzer Zeit wieder gehen, weil der 32-Jährige bereits "betrunken und unruhig" gewesen sei.
Ein Stich in die Leber
Als sie wieder weg war, habe der 32-jährige auch wegen Körperverletzung mit einem Messer vorbestrafte Mann ein Messer ergriffen und auf den 24-Jährigen eingestochen. Ein Stich traf die Leber des Opfers, was einen starken Blutverlust zur Folge hatte. Der 24-Jährige schaffte es noch, sich auf die Straße zu schleppen und um Hilfe zu rufen, bevor er zusammenbrach.
Der Verteidiger des Mannes appellierte an die Geschworenen, sich alle Versionen des Tatherganges genau anzuhören: "Es gibt mehrere Seiten - es ist Ihre Aufgabe, das Objektivierbare herauszupicken und zu analysieren, was mein Mandant in seinem Inneren vorgehabt hat."
Der Angeklagte erklärte, er habe sich über den 24-Jährigen geärgert: Der habe ihn im Lauf des Abends einmal „vom Stuhl geräumt, ich bin am Boden gelegen“, dann habe er Tabak in seiner Wohnung verstreut. „Das nächste, an das ich mich erinnern kann, war, wie wir uns gegenübergestanden sind und er gesagt hat: 'Du hast mich gestochen, Bruder!'“
Eine genaue Erklärung für den Ablauf habe er nicht: „Es ist auf einmal passiert.“ Habe er ihn töten wollen? „Schmarrn“, antwortete der Angeklagte, „ich hab ihn ja gern, ich würde ihn nicht verletzen wollen“.
„Ich bring dich um“
Das Opfer schilderte den Abend etwas anders: Der 32-Jährige habe versucht, seine Freundin, die auf Besuch kam, zu begrapschen: „Er ist dann wütend geworden, als sie gegangen ist.“ Danach sei der Angeklagte in die Küche gegangen und habe etwas hinter seinem Rücken versteckt: „Erst habe ich gar nichts gespürt, dann habe ich gemerkt, es rinnt etwas runter. Ich habe gefragt, was er denn macht, er hat dann mehrmals gesagt: 'Ich bring dich um.'
Dann hat er noch versucht, mich in den Hals zu stechen, ich habe ihn aber wegstoßen können.“
Die Freundin des Syrers gab vor Gericht ebenfalls an, dass der 32-Jährige betrunken und fahrig gewesen sei und dass er versucht habe, sie anzufassen: „Ich habe mich richtig unwohl gefühlt, ich hatte Angst. Dann bin ich gleich wieder gegangen.“
Der psychiatrische Sachverständige, Walter Wagner, sagte, der Angeklagte habe zwei Promille Alkohol im Blut gehabt. Weil dieser an Alkohol gewöhnt sei, sei er aber zurechnungsfähig gewesen. Dass der Angeklagte recht detaillierte Erinnerungen an den Abend, aber nicht an den Stich, habe, sei denkbar, meinte Wagner: „Das kann mit der Alkoholisierung zusammenhängen oder auch damit, dass er wütend war.“ Widersprüchlich sei aber, dass er vor Gericht andere Aussagen machte als kurz nach der Tat vor der Polizei - vor den Beamten hatte er nämlich sehr wohl von einem Messerstich berichtet
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