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Chronik Burgenland
05/12/2019

Unwetter: Großeinsatz nach Starkregen und Hagel im Bezirk Mattersburg

Alle Feuerwehren im Bezirk waren Samstagabend ausgerückt. Vielzahl von Kellern überflutet, Bäche traten über die Ufer. Auch südliches Niederösterreich betroffen.

Gewitterzellen, die ab Samstagnachmittag mit Starkregen und Hagel niedergingen, haben in Teilen des Bezirks Mattersburg ihre Spuren hinterlassen. Eine Vielzahl überfluteter Keller, über die Ufer getretene Bäche und Vermurungen hielten bis in die Nacht alle Feuerwehren im Bezirk auf Trab, auch der Katastrophenhilfsdienstzug des Bezirks Oberpullendorf wurde zur Unterstützung angefordert.

Begonnen hatte alles am Samstag um etwa 16.30 Uhr mit Regenfällen, schilderte Richard Resch vom Bezirksfeuerwehrkommando Mattersburg der APA. Ein Hagelgewitter sei über Forchtenstein, Wiesen und Bad Sauerbrunn gezogen. Bald darauf begannen erste Auspumparbeiten.

 

Später, um etwa 20.00 bis 20.30 Uhr, sei ein weiteres Hagelunwetter über Mattersburg und Walbersdorf niedergegangen. Ihm folgte kurz darauf ein drittes Gewitter, das bis nach Pöttelsdorf reichte. In Pöttelsdorf seien größere Hagelkörner gefallen. "Es hat wahnsinnig geschüttet", berichtete Resch.

In Mattersburg habe die Feuerwehr 50 Keller ausgepumpt: "Die Stadt war teilweise ohne Strom." Kanaldeckel seien vom Wasserdruck angehoben worden. Im Mühlgraben, einer Gasse in der Bezirkshauptstadt, sei das Wasser "wie ein Bach" einen halben Meter hoch geflossen. In Forchtenstein sei ein Haus unterspült worden. Die Familie, die das Gebäude bewohnte, wurde in Sicherheit gebracht.

Samstagabend wurde auch der Katastrophenhilfsdienstzug (KHD-Zug) des Bezirks Oberpullendorf aktiviert und machte sich mit 13 Fahrzeugen und 77 Einsatzkräften auf den Weg ins Unwettergebiet, so der Feuerwehrsprecher. Diese Kräfte seien zunächst aufgeteilt worden auf Forchtenstein, Wiesen und Sigleß, wo gegen 0.30 Uhr Auspumparbeiten begannen.

In Sigleß habe ein Bach die Hauptstraße überflutet, so Resch. Zwischen Wiesen und Forchtenstein sei ebenfalls ein Bach über die Ufer getreten. Auf der S31 seien bei Mattersburg, wo die Schnellstraße derzeit verbreitert wird, Bagger und Schneepflüge eingesetzt worden, um die Fahrbahn frei zu halten.

In Wiesen war die Feuerwehr noch nach Mitternacht mit dem Auspumpen von Kellern und mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Auch von Vermurungen in Wiesen und Forchtenstein sei berichtet worden, so Resch. Auf Anhöhen seien Häuser bis zur Kellerdecke unter Wasser gestanden.

Der KHD-Zug des Bezirks Oberpullendorf sollte während der Nacht zunächst weiter Pumparbeiten durchführen. Feuerwehren im Bezirk Mattersburg würden dann einrücken und in Bereitschaft gehen, erläuterte Resch. Nach Abschluss der Auspump- und Aufräumarbeiten gelte es, die durch das Unwetter entstandenen Schäden festzustellen.

Am Sonntagvormittag waren im Bezirk Mattersburg die Aufräumarbeiten im Gange. Nach Angaben von Richard Resch waren rund 50 Feuerwehrleute damit beschäftigt, Straßen und Hauseinfahrten vom Schlamm zu befreien sowie Keller auszupumpen. Bis etwa 5.00 Uhr waren 300 Helfer im Einsatz gestanden.

Auch das volle Ausmaß der Zerstörung bei den Erdbeerkulturen in Wiesen und Bad Sauerbrunn werde sich dann zeigen: "Der Hagel ist genau über die Erdbeergebiete drübergegangen", berichtete der Feuerwehrsprecher. Landwirte hätten weiters von Schäden bei Mais und Weizen berichtet.

Auch südliches Niederösterreich betroffen

Der Bezirk Neunkirchen ist in der Nacht auf Sonntag wegen schwerer Gewitter mit Starkregen und Hagel nicht zur Ruhe gekommen. Rund 200 Mitglieder von 18 Feuerwehren waren bis etwa 1.00 Uhr im Einsatz, sagte Bezirkskommandant Josef Huber zur APA. Hauptsächlich betroffen waren das Wechselgebiet sowie das Pittental. In der zweiten Nachthälfte entspannte sich die Lage Huber zufolge.

Die meisten Einsätze wurden in Aspang, Tauchen, Edlitz, Grimmenstein und Thomasberg verzeichnet. Es habe "verschiedenste Szenarien" gegeben, hielt Huber fest. So seien Straßen teilweise fünf bis zehn Zentimeter mit Hagel bedeckt gewesen, die Körner hätten wiederum Abflüsse verlegt. Wie auch der ORF Niederösterreich berichtete, rückte die Straßenmeisterei mit Schneepflügen aus, um die Fahrbahnen zu räumen.

Mehrere Keller und Wohnhäuser wurden von den Helfern ausgepumpt. "Es kam auch zu kleinflächigen Überflutungen", sagte Huber. Aus der rund 50 Zentimeter unter Wasser stehenden Unterführung der Autobahnraststation Zöbern musste dem Bezirkskommandanten zufolge ein Auto geborgen werden. Insgesamt habe es bis zu 22 Schadensstellen gleichzeitig gegeben.

Angeschlagen habe zudem der Hochwasserpegel der Pitten bei Scheiblingkirchen, was die Feuerwehrleute zu mehreren Kontrollfahren veranlasste. Sonntagfrüh bestand in diesem Bereich keine Gefahr mehr, betonte Huber.

Bereits am Samstagnachmittag ist es im Raum Wiener Neustadt zu Überflutungen gekommen. Die Feuerwehr wickelte innerhalb weniger Stunden mehr als 25 Einsätze ab und war etwa mit unter Wasser gesetzten Kellern beschäftigt.