Die Hochschaubahn im Family-Park Neusiedler See: Ein Mitarbeiter wollte am Sonntag die Kappe eines Gastes von den Gleisen aufheben und wurde von einen herannahenden Zug erfasst und schwer verletzt.

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Burgenland
10/21/2013

Unglück auf Hochschaubahn: Mitarbeiter weiter in kritischem Zustand

Im Family Park herrscht tiefe Betroffenheit. Verunglückter gilt als sehr erfahrener Mitarbeiter.

Nach dem schweren Unfall mit der Hochschaubahn "Götterblitz" herrscht tiefe Betroffenheit im Family Park Neusiedlersee in St. Margarethen. Der 49-jährige Mitarbeiter, der am Sonntag von einer Zuggarnitur erfasst worden war, befindet sich laut AKH weiter in kritischem Zustand. Die Anlage wurde inzwischen wieder für den Betrieb freigegeben, da von technischer Seite her keine Einwände bestanden.

Warum sich der 49-Jährige am Sonntag während des Bahnbetriebes in den abgesperrten Bereich begab, obwohl dies ausdrücklich verboten war, blieb auch am Montag ein Rätsel. Der Fahrtwind hatte laut Polizei vermutlich einem Gast die Mütze vom Kopf gerissen, die daraufhin im abgesperrten Areal landete. Doch auch in solchen Fällen sei es erst nach Betriebsschluss erlaubt, das mit einem Zaun gesicherte Gelände zu betreten, hieß es am Montag. Als der Mitarbeiter die Kopfbedeckung holen wollte, bemerkte er nicht, dass sich ein Zug näherte und wurde von der Garnitur erfasst. Der Mann, der die Mütze verloren hatte, war für die Polizei bisher nicht auffindbar. Ihm drohen jedoch keine strafrechtlichen Konsequenzen.

Patient im Tiefschlaf

Der 49-Jährige, der lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte, war ins Wiener AKH geflogen worden und wurde laut Polizei in Tiefschlaf versetzt. Der Patient befinde sich auf der Intensivstation und sei laut AKH "in kritischem, aber stabilen Zustand."

"Der Mitarbeiter ist schon seit circa fünf Jahren bei uns im Betrieb", sagte Familypark-Geschäftsführerin Ulrike Müller. Er betreue die Hochschaubahn und sei der erfahrenste Mitarbeiter in diesem Bereich: "Darum sind wir auch sehr betroffen und bestürzt, die Geschäftsleitung und das gesamte Team, dass gerade ihm so ein Fehler passiert ist."

Montagvormittag wurde in einer Besprechung versucht, das Geschehende aufzuarbeiten. Der Betrieb werde noch am Montag wieder aufgenommen - "natürlich nicht mit dem Spaß und der Freude von unserem Personal her, weil dieser Schock allen in den Knochen sitzt", meinte Müller. 2012 kamen über 400.000 Besucher in den Familypark, diese Zahl werde man auch heuer wieder erreichen. Der Park - früher als Märchenwald bekannt - sei seit 45 Jahren in Betrieb, bisher habe es Gott sei Dank keine Unfälle und keine Verletzungen gegeben, so Müller.

Technisch einwandfrei

Vom technischen Standpunkt her gebe es gegen einen Betrieb der Hochschaubahn "keine Einwände", hieß es vom Arbeitsinspektorat in Eisenstadt. Die Anlage, die der Betreiber von sich aus abgestellt habe, sei freigegeben. Im Lauf des Montags sollten noch Dokumente zur Einsichtnahme nachgereicht werden, wo es unter anderem um die Unterweisungen für die Mitarbeiter gehe.

Der "Götterblitz" wurde 2007 in Betrieb genommen. Die aus Stahl gefertigte Achterbahn ist nach Angaben des Familypark 480 Meter lang und 16,5 Meter hoch. Der Betrieb ist mit ein oder zwei Zügen möglich, eine Garnitur hat ein Gewicht von etwa fünf Tonnen und fasst 18 Personen. Während der Fahrt werden Geschwindigkeiten von 50 bis 55 km/h erreicht. Die Anlage ist komplett elektronisch überwacht und in einzelne Bereiche unterteilt. Sie wird jährlich von einem Zivilingenieur für Maschinenbau geprüft und freigegeben.

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