Sicherheit im Bus: So funktioniert das „Ticket Blau“ im Burgenland
Codewort im Bus und Online-Check für Haltestellen: Mehrere Initiativen rücken die Sicherheit im öffentlichen Verkehr in den Fokus.
Zusammenfassung
- Die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) führen mit dem „Ticket Blau“ ein Codewort für mehr Sicherheit in Bussen ein.
- Verkehrssprecher LAbg. Thomas Grandits begrüßt die Maßnahme, sieht aber mögliche Schwachstellen.
- Der VCÖ startet mit „Haltestellen im Fahrgast-Check“ eine Online-Aktion zu 2.400 Haltestellen, unterstützt von den VBB.
Die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) haben mit dem „Ticket Blau“ ein Codewort eingeführt, mit dem Fahrgäste während der Busfahrt diskret um Hilfe bitten können. Wer „Einmal Ticket Blau bitte“ oder „Ich brauche ein blaues Ticket“ sagt, signalisiert Unterstützungsbedarf, ohne die Situation erklären zu müssen.
VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits erklärt, dass alle Lenkerinnen und Lenker umfassend informiert und geschult wurden. Der Schutz der betroffenen Person habe oberste Priorität, gleichzeitig würden Selbstschutz sowie die Sicherheit aller anderen Fahrgäste berücksichtigt.
Der standardisierte Ablauf sieht vor,
- die betroffene Person – wenn möglich – in die Nähe der Lenkerin oder des Lenkers zu bringen, die Situation einzuschätzen und
- bei Bedarf über Funk die Fahrdienstleitung oder den Kundensupport zu verständigen.
- Falls erforderlich, werden auch die Polizei (133) oder der Notruf (112) kontaktiert.
- Eine Konfrontation mit mutmaßlichen Täter:innen ist nicht vorgesehen,
- Ziel ist eine ruhige und deeskalierende Lösung.
- Eine Info-Grafik wird auf allen Busmonitoren ausgespielt.
Mit dieser Infografik wird in den Bussen über den "Code Blau" informiert.
FPÖ-Verkehrssprecher Thomas Grandits begrüßt das „Ticket Blau“ als Instrument zur Stärkung der Fahrgastsicherheit. Eine niederschwellige und diskrete Möglichkeit könne deeskalierend wirken und Betroffenen helfen, rasch Unterstützung zu erhalten. Entscheidend sei jedoch, dass hinter dem Signal ein klarer und verbindlicher Ablauf stehe.
Grandits sieht mögliche Schwachstellen: Ein öffentlich bekanntes Codewort könne rasch durchschaut werden, die Anonymität sei eingeschränkt, wenn die Interaktion zwischen Fahrgast und Lenker beobachtet werde. Ohne eine sofort greifende Interventionskette – etwa die umgehende Einbindung von Leitstelle oder Polizei – verliere das System an Schlagkraft. Ein Präventionsinstrument schütze nachhaltig, wenn der Ablauf rasch, klar und verlässlich funktioniere.
Parallel dazu startet der VCÖ die Aktion „Haltestellen im Fahrgast-Check“. Der Busverkehr bildet im Burgenland eine zentrale Säule des öffentlichen Verkehrsangebots, nun sollen 2.400 Haltestellen mit Hilfe der Fahrgäste überprüft werden. Auf einer eigenen Internetseite können diverse Mängel eingetragen werden.
Abgefragt werden unter anderem Sitzgelegenheiten, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Witterungsschutz sowie Informationen zum Fahrplan. Die österreichweite Aktion läuft bis 30. April. Danach werden die Einträge an die jeweils zuständigen Stellen weitergeleitet. Im Burgenland wird die Aktion laut VCÖ von den VBB unterstützt.
Bereits im Vorjahr wurde vom Freiheitlichen Landtagsklub Burgenland die Plattform Geisterbusse.info eingerichtet. Die Seite versteht sich als anonyme und geschützte Meldestelle, über die Hinweise auf Fehlentwicklungen im Land oder in landesnahen Gesellschaften eingebracht werden können.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
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