Scharfe Reaktionen: Angriff auf Ortstafeln im Burgenland

Unbekannte haben in Steinbrunn und Hornstein zweisprachige Ortstafeln beschmiert. Die Polizei ermittelt, Gemeinde sind verärgert.
Zwei Polizeiautos mit blau-rotem Streifen und dem Wort „Polizei“.

In Steinbrunn und Hornstein im Bezirk Eisenstadt-Umgebung sind zweisprachige Ortstafeln beschmiert worden. Unbekannte strichen den kroatischen Schriftzug jeweils mit schwarzer Farbe durch.

Die Taten dürften in der Nacht auf Sonntag verübt worden sein, wie auch der ORF Burgenland berichtete. Ermittlungen seien im Gange, sagte Polizeisprecher Helmut Marban auf Anfrage.

Die betroffenen Gemeinden verurteilten die Vorfälle. „Diese Tat ist nicht nur eine Sachbeschädigung, sondern ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte des Zusammenlebens, unserer Geschichte und der gegenseitigen Achtung. Wir verurteilen diesen Vorfall aufs Schärfste“, teilte die Marktgemeinde Steinbrunn mit.

Anzeige werde erstattet, hieß es ebenso wie vom Hornsteiner Bürgermeister Christoph Wolf (ÖVP).

"Unser Bundesland ist europaweit anerkanntes Vorbild für ein harmonisches und respektvolles Zusammenleben von Volksgruppen. Jeden Angriff auf unser Miteinander lehnen wir kategorisch ab", teilte SPÖ-Landesgeschäftsführer Friedrich Radlspäck in einer Aussendung mit. 

ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits betonte: "Zweisprachigkeit ist ein selbstverständlicher Teil unserer Identität und unseres Zusammenlebens im Burgenland. Wer kroatische Ortsbezeichnungen angreift, greift unseren gemeinsamen Respekt an. Nemamo mjesta za to. - dafür gibt es bei uns keinen Platz." Als Burgenlandkroate mache ihn dieser Vorfall "persönlich betroffen", so Zarits in einer Aussendung.

"Minderheitenrechte infrage gestellt"

Das Österreichische Volksgruppenzentrum hat die Beschmierungen am Montag in einer Aussendung verurteilt und auf die Beschädigung mehrerer zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten im Oktober 2025 verwiesen. Dies sei kein Zufall, sondern "Ausdruck einer Haltung, die Minderheitenrechte infrage stellt". 

Präsident Marian Wakounig erklärte: "Diese Taten sind ein Angriff auf unsere gemeinsame Identität und auf das friedliche Zusammenleben, das Österreichs Volksgruppen seit Generationen prägt. Zweisprachige Ortstafeln sind sichtbare Symbole unserer Geschichte, unserer Rechte und unseres gegenseitigen Respekts. Wer sie beschädigt, greift die Grundwerte unseres Landes an."

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