Warum die SPÖ jetzt schon den Wahlkampf im Burgenland eröffnet

Stefan Wallentich und weitere SPÖ-Mitglieder stehen gemeinsam bei der Präsentation des neuen Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl in Parndorf.
Stefan Wallentich (31) will die „Absolute“ der LIPA herausfordern und für die SPÖ den Bürgermeistersessel in Parndorf zurückerobern.

Die Ausgangslage für die Sozialdemokraten ist in ihrer einstigen Hochburg Parndorf denkbar schlecht. Bei der Gemeinderatswahl 2022 erreichte die SPÖ in der sechstgrößten Gemeinde des Burgenlands 28 Prozent der Stimmen und sieben Gemeinderatsmandate – nur halb so viele wie die „Liste Parndorf“ (LIPA), die seit bald 20 Jahren mit Wolfgang Kovacs den Bürgermeister stellt.

Kovacs hat im KURIER bereits angekündigt, im kommenden Jahr nicht mehr antreten zu wollen. Der jetzige Vizebürgermeister Wolfgang Daniel gilt als sein wahrscheinlicher Nachfolger.

Umfärbung von Lila auf Rot?

Die SPÖ wittert dadurch die Gelegenheit, den Parndorfer Gemeinderat wieder von Lila (die Parteifarbe der LIPA) auf Rot umzufärben – und schickt den 31-jährigen Stefan Wallentich als Spitzenkandidat ins Rennen.

Wallentich ist als Kommandant der örtlichen Feuerwehr und Mitglied mehrerer Vereine alles andere als ein Unbekannter in Parndorf. Beruflich ist der studierte Jurist seit vier Jahren als Referent im Team von SPÖ-Landesrätin Daniela Winkler tätig. Seit 2022 sitzt Wallentich im Parndorfer Gemeinderat. Am Mittwoch wurde er in der SPÖ-Generalversammlung einstimmig zum Spitzenkandidaten gewählt. 

Wahlkampfthemen: Pflege, Müll, Wohnbau

Inhaltlich setzt der Jungpolitiker unter anderem auf das Thema Pflege - Parndorf verfügt mit seinen 5.500 Einwohnern über keine eigene Pflegeeinrichtung.

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Stefan Wallentich, SPÖ-Spitzenkandidat Parndorf.

Außerdem will er gegen ein geplantes Abfallzwischenlager zwischen Parndorf und der Nachbargemeinde Neudorf vorgehen und sich den Problemfeldern verdichteter Wohnbau und Verkehr annehmen. Wallentich: "Die Bebauungsrichtlinien sind für viele nicht mehr nachvollziehbar, einer baut so, der andere so, Reihenhausprojekte entstehen ohne durchdachte Zufahrten. Die Regeln müssen künftig transparent sein und überall gleich angewendet werden. Wir brauchen mehr Respekt vor dem gewachsenen Ortsbild. 

Warum so früh?

Die nächsten Gemeinderatswahlen im Burgenland finden voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober 2027 statt. Warum startet die SPÖ schon jetzt in den Wahlkampf? Es sei jedenfalls nicht zu früh, so die Begründung von SPÖ-Landesgeschäftsführer Fritz Radlspäck – denn ein Jahr vor der Wahl, also im kommenden Herbst, sind bereits Bürgermeisterwechsel möglich.

In den kommenden Wochen sollen weitere rote Kandidaten präsentiert werden.

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