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Nach KURIER-Bericht
12/11/2018

Sozialabteilung des Landes kontrollierte Caritas-Haus

Eine Pflegerin und Betriebsrätin hatte angebliche Pflegemissstände angeprangert und soll jetzt gekündigt werden; Aufsicht wurde nicht fündig

von Thomas Orovits

Nach einem KURIER-Bericht über die geplante Kündigung zweier Betriebsräte im Eisenstädter Caritas-Pflegeheim Haus St. Martin und angebliche Pflegemissstände in der Vergangenheit hielt die Sozialabteilung des Landes als Aufsichtsbehörde gestern, Montag, Nachschau im Heim. Die unangekündigte Überprüfung des Hauses habe nichts Auffälliges ergeben, sagte Sozialabteilungsleiterin Sonja Windisch danach zum KURIER. Zwei Amtsärzte, eine Psychologin, eine Pflegebeauftragte und eine Juristin hätten sich den ganzen Tag ein Bild gemacht und mit Patienten und Mitarbeitern gesprochen, resümierte Windisch den bereits dritten Besuch der Aufsicht 2018.

Wie berichtet, hat eine Betriebsrätin und Pflegerin im Haus St. Martin von schweren Pflegefehlern eines Kollegen erzählt, der vor Monaten entlassen wurde – auch zwei andere Pflegerinnen haben die Behauptungen im Wesentlichen bestätigt. So soll der Ex-Pfleger die Medikamentenschachteln mitunter mit Süßstoff statt mit den verordneten Medikamenten befüllt haben.

Laut Caritas habe man sich vom Pfleger wegen mangelnder Deutschkenntnisse und fehlender Empathie getrennt. Eine unabhängige Kommission prüfe alle Vorwürfe, der Bericht werde aber nicht veröffentlicht. Dass die Betriebsrätin und Pflegerin und deren Mann gekündigt würden, weil sie auf angebliche Missstände hingewiesen haben, sei unrichtig, hieß es.

„An Aufsicht wenden“

Windisch will dennoch auf Vorlage des Berichts der Kommission pochen, sie habe bisher nichts davon gewusst. Mitarbeitern, die Pflegemissstände beobachten, rät sie, sich sofort an die Sozialabteilung als Aufsichtsbehörde oder den Patientenanwalt zu wenden. Monate später seien Vorwürfe schwer zu überprüfen.

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