Schwere Zeiten für die Blasmusik im Land

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Musikvereine haben seit Beginn der Pandemie kaum Auftritte und wenig Proben. Vielerorts fehlen auch die Kapellmeister

Kaum ein Zeltfest, ein Frühschoppen oder große Eröffnungsfeiern. Die Pandemie hat viele Blasmusikvereine im Burgenland verstummen lassen. Proben fallen aus und Auftritte sind rar. „Jeder Bezirk hat neun bis zehn Mitgliedsvereine, im besten Fall proben drei, sonst zumindest einer pro Bezirk“, weiß Peter Reichstädter, Obmann des Blasmusikverbandes Burgenland. Er hofft, dass die Proben bald wieder anlaufen.

Doch bei einigen Vereinen fehlt es am Personal – sie suchen nach Kapellmeistern. „Unser bisheriger Kapellmeister hat aus beruflichen Gründen aufgehört, im Moment hat niemand von uns die Voraussetzungen, seinen Platz einzunehmen“, sagt etwa Walter Horvatits, Obmann des Musikvereins Stinatz im Bezirk Güssing. Derzeit sind die Proben wegen Corona ausgesetzt, für den Übergang würde ein Kapellmeister einspringen, doch Dauerlösung ist es keine.

Keine Bewerber

Schwere Zeiten für die Blasmusik im Land

Auf die Anzeigen des Vereins haben sich bisher keine Bewerber gemeldet. „Es kann sehr schnell gehen, dass wir jemanden finden, aber auch sehr lange dauern, es werden im Umkreis mehrere Kapellmeister gesucht“, weiß Horvatits. Der künftige Kapellmeister werde auch entlohnt. „Ehrenamtlich ist das nicht zu schaffen, es ist schon viel Arbeit mit den Proben und Veranstaltungen – er sollte sich auch um den Nachwuchs kümmern“, sagt der Obmann. Denn Jungmusiker seien bereits da, „wir haben ein Ensemble mit neun Kindern und Jugendlichen, die Instrumente spielen“, sagt Horvatits.

Ausbildung

Auch für angehende Kapellmeister gibt es eine Ausbildung. Der Blasmusikverband hat in Kooperation mit dem Joseph Haydn Konservatorium einen dreijährigen Lehrgang geschaffen. „Es wird Musiktheorie und vieles mehr unterrichtet, elf Kapellmeister haben den Lehrgang abgeschlossen und werden meist in ihren Kapellen die Leitung übernehmen“, weiß Reichstädter. Generell habe man beim Blasmusikverband mit rund 4.400 Musikern keine Nachwuchsprobleme. Der Landesobmann hofft, dass mit geplanten Konzerten auch wieder die Motivation für Proben kommt. „Viele setzen sich Ziele wie ein Muttertagskonzert im Mai“, sagt Reichstädter. Für 20. August ist ein „Feuerwerk der Blasmusik“ auf der Seebühne Mörbisch geplant. Hier soll jeder Bezirk ein Orchester für einen Auftritt zusammenstellen. „Das wollten wir schon im vergangenen Jahr machen, aber da ist Corona dazwischen gekommen, heuer werden wir es schaffen“, ist Reichstädter zuversichtlich.

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