25 Kilo Wolle: Wie Schafbock Rudolph vor Weihnachten gerettet wurde

Zwei Personen versorgen ein großes, liegendes Schaf mit dicker Wolle in einem Anhänger.
Zwei Tage vor Weihnachten rettet der Lebenshof Sonnenweide in Kooperation mit der Veterinärbehörde einen vernachlässigten Schafbock im Bezirk Oberwart.

Zwei Tage vor Weihnachten erreicht den Lebenshof Sonnenweide im Burgenland ein dringender Notruf: Eine Amtstierärztin aus dem Bezirk Oberwart bittet um Hilfe für einen vernachlässigten Schafbock. Die Besitzerin ist schwer krank, das Tier lebt allein in einem kleinen Verschlag – unkastriert, ungeschoren, verwahrlost.

„Wir hatten uns eigentlich auf ruhigere Tage eingestellt. Aber zwei Tage vor Weihnachten Nein sagen? Das war keine Option“, erinnert sich Elisabeth Nussbaumer, die gemeinsam mit ihrem Mann Andi Nussbaumer den Hof führt.

Am nächsten Morgen machen sie sich mit dem Hänger auf den Weg. Vor Ort zeigt sich das ganze Ausmaß der Situation: Der Schafbock ist riesig, klatschnass, seine Wolle verfilzt und über zwanzig Zentimeter dick. „Er sah aus wie eine riesige Wollkugel – vorne schaute nur ein kleiner Kopf heraus“, schildert Andi Nussbaumer.

Zwei Personen scheren ein Schaf, das ruhig auf der Seite liegt, eine trägt eine Weihnachtsmütze.

Kurz vor Weihnachten rettet der Lebenshof Sonnenweide im Burgenland einen vernachlässigten Schafbock. Die Aktion wurde zur Weihnachtsgeschichte mit Happy End.

Gemeinsam mit der Amtstierärztin gelingt es, das Tier in den Anhänger zu bringen. Der erste Weg führt zur Tierärztin, die den Bock kostenlos untersucht und kastriert. Die Diagnose: Abgesehen von einer leichten Fehlstellung eines Fußes ist das Tier erstaunlich gesund.

Doch die Wolle muss dringend ab. Ein spontan organisierter Schafscherer entfernt rund 25 Kilogramm Wolle und kümmert sich auch um die stark vernachlässigten Klauen – ebenfalls unentgeltlich.

Ein Schaf mit dunklem Kopf und hellerer Wolle steht in einem Stall.

Kurz vor Weihnachten rettet der Lebenshof Sonnenweide im Burgenland einen vernachlässigten Schafbock.

Damit erhält der Schafbock das volle Programm für einen Neuanfang: Schur, Klauenpflege, Kastration – und endlich Fürsorge. Passend zum Datum bekommt er seinen Namen: Rudolph.

Auf dem Lebenshof Sonnenweide darf Rudolph nun ankommen, sich erholen und später seine neuen Artgenossen kennenlernen. Nach Jahren der Vernachlässigung beginnt für ihn ein neues Leben – nicht mehr allein, sondern als Teil einer Herde.

„Unser besonderer Dank gilt der Veterinärbehörde, der Amtstierärztin, der Tierärztin sowie dem Schafscherer für die großartige und unkomplizierte Zusammenarbeit“, betonen Elisabeth und Andi Nussbaumer.

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