Mit zwei Eseln ins Glück: Paar fand im Südburgenland sein Zuhause

Zwei Esel werden von einer Frau gefüttert, während ein Mann daneben steht, im Hintergrund Wiese und Bäume.
Zwei Esel, die alles veränderten: Ein Paar zog vom Stadtleben aufs Land – und fand mit Sorella und Gina das große Glück.

Von Gernot Heigl

Esel sind traditioneller Bestandteil jeder Weihnachtskrippe, für eine südburgenländische Familie sind die Tiere aber mehr – nämlich lieb gewonnene Haustiere. Um ihre „Langohren“ entsprechend halten zu können, ist das Paar extra von Niederösterreich nach Litzelsdorf gezogen.

Es war Liebe auf den ersten Blick, als Alfred G. zum ersten Mal einen Esel aus nächster Nähe sah. „Dem Steppentierpark in Pamhagen sei Dank. Dort wurde unsere Leidenschaft für diese freundlichen Tiere geweckt.“ Nickend stimmt Lebensgefährtin Silvia T. zu: „Eine Begegnung, die unser Leben nicht nur verändert, sondern auf den Kopf gestellt hat.“

Raus aus der Stadt ...

Denn nach der Festlegung des Hausbesitzers aus Hainburg – „ich will unbedingt Esel haben“ – war klar, dass ein Umzug bevorstand. Also verkaufte das Paar seine Stadtimmobilie in Niederösterreich und ließ sich 2001 im südburgenländischen Litzelsdorf (Bezirk Oberwart) nieder. „Wir tauschten 650 m² gegen einen Bauernhof mit 12.000 m² Grund inklusive ehemaliger Pferdekoppeln, die wir ohne viel Aufwand sofort als Unterkunft für Esel adaptieren konnten“, blickt Alfred G. zurück.

Zwei ältere Personen stehen an einer alten Wasserpumpe im Garten vor einem weißen Haus mit rotem Dach.

Ein Paar zog vom Stadtleben aufs Land – und fand mit Sorella und Gina das große Glück.

Kurz nach dem Ortswechsel machten sich die beiden Neo-Südburgenländer auf die Suche nach geeigneten Tieren. Fündig wurden sie bei einem Bauern in der Südoststeiermark. „Dort standen einige Esel auf einer Wiese. Die stammten alle aus Ungarn“, erinnert sich Silvia T. Spontan entschied sich das Paar für zwei kleine Mäderl. „Inzwischen sind Sorella und Gina knapp 25 Jahre unsere Haustiere.“

... rein in die Natur

Bei offener Stallhaltung inmitten teils unberührter Natur werden die Tiere täglich gefüttert. „Je nach Saison gibt es Karotten, Äpfel, Bananen, Melonen, Orangen und Weintrauben. Das schmatzen sie besonders gerne. Im Sommer fressen sie zusätzlich frisches Gras, im Winter bekommen sie zugekauftes Heu“, erklärt Alfred G., der seine Esel schmunzelnd als „Ausbrecherkönige“ bezeichnet.

Zwei Esel stehen vor einem Holzstall, einer legt seinen Kopf auf einen umgefallenen Baumstamm.

Zwei Esel haben das Leben des Paars verändert.

„Schon öfter mussten wir sie wieder einfangen, weil sie eine Absperrung überwunden oder eine Holzplanke zerbissen hatten“, schildert der Pensionist. „Die Tiere werden ihrem Ruf, dumm zu sein, nicht gerecht. Im Gegenteil. Sie sind intelligent und anpassungsfähig. Ihre Vorsicht wird oft fälschlicherweise als Sturheit missverstanden.“

Niemals über Kanaldeckel

Als Beispiel führt Alfred G. an, dass seine Esel bei Spaziergängen im Ort niemals über Kanaldeckel gehen würden, sondern davor sogar stehen bleiben, wenn sie nicht ausweichen können.

Das sind aber nicht die einzigen Eigenheiten der als „störrisch“ verschrienen Tiere, wie Silvia T. zu berichten weiß: Wenn es ihnen gut geht, werden sie fallweise frech und eben auch störrisch. Sie beißen zwar nicht, aber spucken provokant ihre Medikamente wieder aus, schubsen uns mit ihrem Kopf oder packen uns an den Hosen und ziehen so lange daran, bis sie aufreißen. Je nach Laune treten sie fallweise auch nach dem Hufschmied, der alle zwei Monate die Eisen erneuert.“

Die Tiere können aber auch ganz anders, wie die Litzelsdorferin weiß: „Andererseits können sie ganz handzahm und anschmiegsam sein, weil sie im Grundsatz ihres Wesens ja sehr gutmütig sind. Deshalb lassen sie sich auch gerne streicheln und lieben es, gebürstet zu werden. Alles in allem sind Esel tolle Tiere, die uns wirklich viel Freude machen.“ Inzwischen sind die beiden Eseldamen auch eine vielfach fotografierte Touristenattraktion. Immer wieder bleiben Urlauber stehen und kommen mit dem Paar ins Gespräch.

Alfred G. resümierend: „Auch wenn es durchaus mal anstrengend ist und wir aufgrund unserer Tiere seit Jahren nicht auf Urlaub fahren können, wollen wir sie keinen Tag missen. Denn Sorella und Gina sind uns als Haustiere ans Herz gewachsen und somit zu einem fixen Bestandteil unseres Lebens geworden.“

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