Pflegeheim "Rosengarten": Am Rosenmontag fällt das Urteil

Das Pflegeheim in Bad Sauerbrunn meldete 2023 Insolvenz an. Jetzt steht Ex-Geschäftsführerin vor Gericht.
Seniorenresidenz Rosengarten Bad Sauerbrunn

Die Insolvenz des Pflegeheims „Rosengarten“ in Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) vom November 2023 beschäftigt am kommenden Montag das Landesgericht Eisenstadt

Die ehemalige Geschäftsführerin muss sich vor einem Schöffengericht wegen betrügerischer Krida und grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen verantworten. Sie soll der Gesellschaft etwa im Rahmen einer Gewinnausschüttung im August 2023 rund 200.000 Euro zu viel an Vermögen entzogen haben. 

Weiters wird der Geschäftsführerin und Alleingesellschafterin vorgeworfen, dass sie Jahresabschlüsse so erstellte, dass ein zeitnaher Überblick über die wahre Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage erheblich erschwert wurde. 

Unter anderem soll sie nachträglich in Rechnung gestellte Managementleistungen von über 300.000 Euro in den Jahresabschlüssen 2021 und 2022 nicht als Verbindlichkeiten ausgewiesen haben, ebenso wenig die notwendigen Rückstellungen für die bestehenden Zeitguthaben der Dienstnehmer. 

Das Vermögen der Betreibergesellschaft soll sie außerdem nicht nur durch die Gewinnausschüttung verringert haben, sondern auch durch die Veräußerung der Seniorenresidenz. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Land wandte sich an Staatsanwaltschaft 

Das Pflegeheim hatte im November 2023 Insolvenz angemeldet. Wenige Tage später wandte sich das Land Burgenland mit einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft, weil die wirtschaftliche Gebarung laut Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) Fragen aufwarf. Betroffen waren rund 50 betreute Personen und 26 Dienstnehmer. 

Kommentare