Chronik | Burgenland
19.09.2018

Neues Holzterminal am Abstellgleis

Holztransporte sind noch immer in der Stadt unterwegs, Bürgermeister fordert rasche Lösung

Dienstagmittag verlädt ein Lkw-Fahrer mit dem Kran Holz auf einen Waggon. Ein gewohntes Bild beim Oberwarter Bahnhof im Stadtzentrum. Ebenso wie die voll beladenen Lkw, die durch die ganze Stadt rollen. Doch eigentlich sollte die Holzverladung schon längst nicht mehr hier stattfinden.

Ende Juli wurde der Kauf der Bahnstrecke Oberwart-Großpetersdorf präsentiert. Die Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB), eine Tochter der Landesholding, ist der neue Besitzer. Als einer der ersten Schritte hätte die Holzverladung auf die Schiene vom Bahnhof Oberwart, zur Firma Fischer Holz in Rotenturm verlegt werden sollen. „Bis jetzt ist noch nichts passiert und die Holztransporter fahren noch immer durch die Stadt“, erklärt Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) im KURIER-Gespräch.

Eigentlich hätte VIB-Geschäftsführer Andreas Reiner versprochen, sich um die Verlegung zu kümmern. „Es hat geheißen es dauert nur wenige Wochen, bis es verlegt ist“, meint Rosner. Nun seien schon Monate vergangen. Viele Gewerbetreibende und Anrainer beschweren sich seit Jahren über die Holztransporte. „Als Gemeinde sind uns die Hände gebunden“, sagt Rosner. Eine Sperre für Lkw in der Bahnhofstraße sei nicht möglich, „da dies die wirtschaftliche Existenz der Holztransporteure bedrohe“.

Warten

Andreas Reiner von der VIB kann jedenfalls noch keinen Termin für die Verlegung der Verladestation nennen. „Wir haben bewusst keine Termine versprochen, es ist aber unsere Intention, alles so rasch als möglich umzusetzen“, sagt der VIB-Geschäftsführer. Er spielt den Ball zum Infrastrukturministerium, denn es sei nicht klar, ob die Anschlussbahn-Genehmigung, die für den Betrieb der Strecke nötig ist, beim Kauf von der Südburgenländischen Regionalbahn mit ins Eigentum der VIB übergegangen sei. „Wir haben eine Anfrage ans Ministerium gestellt, ob wir die Genehmigung haben oder ein Anschlussbahn-Verfahren einleiten müssen“, sagt Reiner. Muss so ein Verfahren durchgeführt werden, könnte es noch länger dauern. „Sonst können wir die Strecke kurzfristig reaktivieren“, meint Reiner.

Im Infrastrukturministerium zeigte man sich über die Causa verwundert: „Wir sind dafür nicht zuständig. Bei Anschlussbahn-Verfahren ist die Bezirkshauptmannschaft, und bei Nebenbahnen das Land die zuständige Behörde“, erklärt ein Ministeriumssprecher.