Murenabgang im Burgenland: Pendler warteten vergeblich auf Ersatzverkehr
Zugegeben - dass die ÖBB von einem Murenabgang im flachsten Bundesland Österreichs möglicherweise überrascht werden, ist verständlich. Auf der Strecke zwischen Bruck an der Leitha und Parndorf kam es wegen der Unwetter am Dienstag nun aber genau zu so einer Situation. Was viele Pendler aber gar nicht einsehen, ist die schlechte Organisation des Schienenersatzverkehrs.
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Bus blieb nicht stehen
"Ich fahre jeden Tag vom Bahnhof Parndorf Ort nach Wien. Heute Früh hieß es, wegen des Unwetters gibt es einen Schienenersatzverkehr. Der kam aber einfach nicht", sagt Judith Kammerhofer dem KURIER. Das Problem war offenbar, dass der Ersatzverkehr nur den anderen Bahnhof in Parndorf anfuhr. "Der ist aber viel kleiner und ohne Park & Ride-Platz. Dort fahren sehr viel weniger Fahrgäste weg als von Parndorf Ort." Kammerhofer erzählt, dass die meisten Pendler am Dienstag schließlich auf selbst organisierte Fahrgemeinschaften "umsteigen" mussten.
"Mit Nachbarn kuscheln"
Als die Pendler dann den Zug in Bruck an der Leitha erreicht hatten, war die Garnitur des REX 6 derart überfüllt, dass die Türen zunächst nicht schließen konnten. "Der Zugführer hat durchgesagt, dass man sich doch bitte im Zug verteilen soll, wenn man nicht mit dem Nachbarn kuscheln möchte. Er hat sich am Ende der Fahrt sogar noch einmal entschuldigt", erzählt Kammerhofer.
Die ÖBB waren zu der Causa bisher nicht zu erreichen. Der Murenabgang, der offenbar eine Verschlammung der Gleise zur Folge hatte, dürfte den Zugverkehr zwischen Parndorf und Bruck an der Leitha jedenfalls noch bis in die Nacht massiv behindern.
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