Chronik | Burgenland
16.11.2018

Mit Sexvideo erpresst: Opfer zahlte mehr als 100.000 Euro

Südburgenländer wurde nach Sex-Treffen unter Druck gesetzt. Er zahlte sechsstelligen Eurobetrag, ehe er Anzeige erstattete.

Die Suche nach einem sexuellen Abenteuer dürfte einem Südburgenländer teuer zu stehen gekommen sein. Denn nach einem amourösen Ausflug nach Ungarn kam bald die Ernüchterung: Der Herr reiferen Alter sah sich mit einer Erpressung konfrontiert. Mehrmals soll er Geld an die Kriminellen gezahlt haben, bis es ihm zuviel wurde und er schließlich Anzeige erstattete.

Bereits vor einigen Wochen soll der Burgenländer Bekanntschaft mit einer jungen Frau aus Ungarn geschlossen haben. Es kam zu einem Treffen mit ihr und weiteren Damen in privaten Räumlichkeiten einer der Verdächtigen. Das Treffen, bei dem es zu sexuellen Handlungen kam, wurde allerdings mittels Videokamera gefilmt. Weil eine der anwesenden Damen angeblich minderjährig gewesen sein soll, soll der Südburgenländer mit dem Video von der „Bekannten“ unter Druck gesetzt worden sein.

Bei der Polizei gibt man sich aufgrund laufender Ermittlungen zu dem Fall derzeit noch bedeckt. „Aber es stimmt, es ist Geld im sechsstelligen Euro-Bereich geflossen“, sagt ein Ermittler. Die Summe will er nicht nennen, dem Vernehmen nach sollen die mutmaßlichen Erpresser aber rund 200.000 Euro von dem Mann gefordert haben.

„Außergewöhnlich“

Einen Teil der Summe hat das Opfer auch tatsächlich an die Kriminellen bezahlt. Doch die Angelegenheit war trotz Geldflusses für die mutmaßlichen ungarischen Täter damit nicht erledigt. Immer wieder sollen die Verdächtigen von dem Burgenländer Geld verlangt haben.

Das Opfer ließ sich einschüchtern und kam den Forderungen nach. Weil er immer wieder mit dem Sexvideo erpresst wurde und die Täter erneut Geld von ihm forderten, wurde es dem Opfer schließlich zuviel: Der Mann erstattete Anzeige bei der Polizei, bei der die Ermittlungen in dem Fall auf Hochtouren laufen.

Bei den ungarischen Verdächtigen handle es sich aber keinesfalls um „professionelle Damen“ aus dem Rotlichtmilieu, sondern um Privatpersonen, heißt es vonseiten des Ermittlers.

Erpressungen mit Sex-Videos kommen immer wieder vor, dabei werden meist Summen von bis zu 10.000 bis 15.000 Euro verlangt. Dass so hohe Beträge gefordert und diese auch gezahlt werden, das ist aber schon außergewöhnlich“, sagt der Ermittler.