© Robert Newald / picturedesk.com

Chronik Burgenland
03/22/2021

Kölly will Bürgermeisteramt an eine Frau übergeben

Kommunalwahl 2022 mit vier „blauen“ Gruppen; Strache, Kölly und Tschürtz waren 2006 noch bei derselben Partei - der FPÖ

von Thomas Orovits

Bei den Kommunalwahlen im Herbst 2022 dürfte das blaue Lager die Nase vorn haben – was die Zahl der wahlwerbenden Gruppen betrifft. Denn neben der FPÖ und dem Bündnis Liste Burgenland (LBL), dessen Obmann Manfred Kölly früher für die Freiheitlichen im Landtag saß, wollen auch das Team HC Strache und die Freie Bürgerpartei Burgenland mitmischen.

„Ja, das ist unser Ziel“, sagt Team-Strache-Landessprecher Herbert Adelmann. „Wir könnten schon jetzt in zehn Gemeinden (von 171, Anm.) antreten“, tönt der frühere Referent im Büro von Ex-Landeshauptmannvize Hans Tschürtz (FPÖ) selbstbewusst. Adelmann hat im Bezirk Oberpullendorf den ersten Team-Strache-Ableger außerhalb Wiens gegründet und hofft von Unterfrauenhaid bis Oberloisdorf auf kommunale Wahlhilfe des früheren FPÖ-Vizekanzlers Heinz-Christian Strache. Ein „paar Herrschaften von FPÖ und LBL“ hätten wegen eines Wechsels schon bei ihm angefragt, so Adelmann: „Wir picken uns die Guten heraus“.

Dominik Barabas, geschäftsführender Landesparteiobmann der Bürgerpartei, möchte bei der Kommunalwahl „in 10 bis 17 Gemeinden ins Rennen gehen“. Auch wenn Barabas um Distanzierung von der FPÖ bemüht ist: Er kommt selbst aus dem blauen Lager, im April 2020 ist er aus „inhaltlichen Gründen“ ausgetreten und hat Anschluss bei der ursprünglich in Vorarlberg gegründeten Bürgerpartei gefunden, die sich als „patriotisch, bürgernah und sozial“ versteht und „der Arbeiterschaft und der Bevölkerung eine Stimme“ geben möchte. Jeder, der dem Radikalismus abschwöre, sei willkommen.

„Wir kandidieren dort, wo der Einzug in den Gemeinderat möglich erscheint“, gibt LBL-Gründer Kölly die Marschroute für 2022 vor. Der 67-jährige Bürgermeister von Deutschkreutz, dessen Berufung gegen seine Verurteilung (wegen behaupteter Stimmenmanipulation bei der Wahl 2017) derzeit bei der Generalprokuratur liegt, lässt mit einer Ankündigung aufhorchen: Er wolle im heurigen September das Bürgermeisteramt an eine Frau übergeben, letzte Details seien aber noch zu klären. Wenn das nicht klappe, bleibe er aber zumindest bis zur Wahl 2022 im Amt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.