© APA/ROBERT JAEGER

Jagdverband will als Verein Interessensvertretung bleiben

Land bereitet sich auf Verbandsaufgaben vor, Verfassungsklage läuft

von Roland Pittner

08/25/2021, 05:01 AM

Der Burgenländische Jagdverband ist ab 31. Dezember 2022 Geschichte. 70 Jahre wurden die Interessen der Jäger vertreten. Doch durch das neue Jagdgesetz verliert der Verband seinen Status als Körperschaft öffentlichen Rechts und darf keine Pflichtbeiträge mehr einheben. Außerdem werden alle hoheitlichen Aufgaben an die Behörden übertragen.

Der Verband hat eine Verfassungsklage gegen das neue Jagdgesetz eingebracht. Ein Ergebnis soll erst Ende September vorliegen, heißt es vom Jagdverband. Die Vorbereitungen bei Land und Verband auf die neuen Aufgaben laufen bereits.

Verein

„Wir gründen einen Verein, die Statuten sind fertig und ab Mitte 2023 wollen wir den Jägern eine freiwillige Mitgliedschaft anbieten“, sagt Landesjägermeister Roman Leitner im KURIER-Gespräch. Alle Vermögenswerte, wie die Werkstatt Natur in Marz oder die Schiessstätten des Verbandes, sollen an den neuen Verein übertragen werden. „Wir werden auch weiterhin eine Zeitung produzieren und Informationen und Rechtsauskünfte für die Mitglieder anbieten“, sagt Leitner: „Wir wollen eine Interessensvertretung bleiben.“ Auch die vier Mitarbeiter des Verbandes sollen weiter beschäftigt werden. Leitner glaubt, dass das Land den enormen Arbeitsaufwand unterschätzt, den bisher vor allem ehrenamtliche Funktionäre erledigt haben.

Im Land zeigt man sich hingegen zuversichtlich, alle Aktivitäten die bisher vom Verband durchgeführt wurden ab 2023 zu übernehmen. „Die genaue Ausgestaltung der nun zusätzlich anfallenden Tätigkeiten werden derzeit durch eine Arbeitsgruppe definiert“, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landesrats Leonhard Schneemann, SPÖ. Ob bei der Behörde personell aufgestockt werden muss, sei noch nicht „seriös“ zu sagen. Durch Synergien sollen Mehrkosten vermieden werden.

Die mehr als 7.000 Jagdkarten-Inhaber im Burgenland müssen dann künftig ihre Abgaben nur mehr ans Land richten. Rund 80 Euro sollen eingehoben werden, bisher waren es 151,50 Euro, darin war auch der Mitgliedsbeitrag für den Verband inkludiert. „Für den einzelnen Jäger wird sich nichts ändern. Vielmehr wird durch die neue Plattform Jagd-Online und durch die Tatsache, dass nun alle hoheitliche Tätigkeiten von einer Stelle abgewickelt werden, eine wesentliche Vereinfachung für die Jäger erreicht“, erklärt Schneemann.

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