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Massenweise Funde
09/24/2019

Hochsaison bei Pilzen: Wo die Schwammerl sprießen

Speisepilze sind derzeit massenhaft zu finden. Die Artenvielfalt ist aber eher dürftig.

VonClaudia KoglbauerIm Mittel- und Südburgenland sprießen die Pilze sprichwörtlich derzeit wie die Schwammerl aus dem Boden.

Auch auf den Sozialen Netzwerken häufen sich die Fundmeldungen. Illustriert werden die „Trophäenmeldungen“ mit Bildern der „Beute“.

Der Obmann des Nationalparks Geschriebenstein, Hubert Reschl, hat dieser Tage auf kurzer Strecke 98 Autos neben dem Wald geparkt gezählt, schildert er.

Nach einem eher trockenen Frühjahr und Sommer hat Mitte September die Schwammerl-Hochsaison begonnen. „Die vergangenen 14 Tage war perfektes Pilzwetter. Ich habe mir nicht gedacht, dass das heuer noch was wird“, sagt Josef Weinzettl, Bezirksleiter der Naturschutzorgane von Oberwart.

Noch im Sommer sei die Krause Glucke (Sparassis crispa), die dem Aussehen nach eine karfiolähnliche Struktur aufweist, einer der wenigen wachsenden Speisepilze gewesen.

Mit dem Gedeihen der Pilze hat nun auch der passionierte Schwammerlsucher alle Hände voll zu tun. „Immer wieder klopfen Leute bei mir an und fragen, ob dieser oder jener Pilz genießbar ist.“

Die beliebten Herrenpilze könne man allerdings höchstens mit dem Birkenpilz oder dem Gallenröhrling verwechseln, erklärt der Südburgenländer.

Während der Birkenpilz, der dem Herrenpilz zum Verwechseln ähnlich sieht, genießbar sei, würde der Gallenröhrling (siehe Bild) dem Esser zwar nicht schaden, „aber ein Einziger davon kann ein Pilzgericht ungenießbar machen.“

Derzeit sind auch die verschiedenen Arten von Täublingen zu finden. Aber Achtung: „Nicht alle Arten sind genießbar.“

Keine Eierschwammerl

Während von den gängigen essbaren Pilzen, wie dem Herrenpilz oder dem Parasol quasi massenhaft zu finden sei, schaue es mit der Artenvielfalt im Wald heuer eher dürftig aus.

Nicht einmal Eierschwammerl habe er gefunden, sagt Weinzettl.

Mehrere hundert Pilzarten hat er bereits im Wald gefunden und manche von ihnen gebrockt. Mit rund 80 verschiedenen Arten hat er Pilzgerichte zubereitet.

Übrigens: Wer „Pilze des Günser Gebirges“ unter die Lupe nehmen möchte, hat dazu bei einer Pilzkartierungs-Exkursion am 19. Oktober Gelegenheit (Treffpunkt: Gasthof Glavanics, 7464 Markt Neuhodis). Vier Experten, u. a. vom Joanneum Graz, werden mit den Besuchern Pilze sammeln.

Die steirisch-burgenländische Pilzexkursion führt die Besucher in die laub-dominierten, bereits pannonisch beeinflussten Mischwälder (Eichen, Hainbuchen, Edelkastanien) am Südhang des Günser Gebirges in den Raum Markt Neuhodis.

In diesem Gebiet können Pilz-arten gefunden werden, die in der Steiermark nicht sehr häufig vorkommen. Im Naturpark Geschriebenstein gibt es außerdem einen vier Kilometer langen Pilz-Lehrpfad. Die Fundergebnisse werden besprochen (Anmeldung: naturkunde@museum-joanneum.at).Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Unter Naturschutz

Etwa  10.000 Pilzarten gibt es laut Experten in Österreich; rund zwei Drittel davon dürften im Burgenland wachsen.

Gesammelt werden dürfen prinzipiell fast alle Pilze. Eine Ausnahme ist der Kaiserling, er steht unter  Naturschutz.

Zwei Kilogramm Pilze dürfen pro Tag und Nase gepflückt werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit Geldbußen von bis zu 30.000 Euro rechnen.

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