Chronik | Burgenland
05.10.2018

Handel geht im Weg auf Kundensuche

Internet.„Digitale Fitness“ der Betriebe soll besser werden / Derzeit nur 150 Händler hauptsächlich online aktiv

30 Prozent der Kunden von Rudolf Fabsits kommen aus Österreich, 60 Prozent aus Deutschland und der Rest aus der ganzen Welt. Der Geschäftsführer des Antiquitätenhandels ifAntik in Kemeten (Bezirk Oberwart) erwirtschaftet bereits 80 Prozent seine Umsatzes online über seinen eigenen Webshop und diverse Plattformen wie willhaben.at oder Ebay.

„Pro Monat verkaufe ich circa 200 Exponate. Wir haben das Auktionsfieber der 90er Jahre als Chance genutzt, um unseren Onlinevertrieb aufzubauen“, sagt Fabsits. Damit ist er einer von 150 burgenländischen Händlern, die hauptsächlich im Internet aktiv sind. Aber es werden mehr, in den vergangenen drei Jahren verzeichnete dieser Bereich ein Plus von rund 20 Prozent.

Digital fitter werden

Das ist einer der Gründe, warum die Wirtschaftskammer große Hoffnungen in den Online-Handel setzt. „Wenn es heute möglich ist, Waren aus jedem Winkel der Welt zu versenden, warum sollte das nicht auch aus dem Burgenland möglich sein“, fragt Andrea Gottweis, Obfrau der Sparte Handel. Deshalb gibt es ab sofort individuelle Beratungen für jeden Handelsbetrieb, der den Weg in den digitalen Vertrieb gehen möchte. „Darin ist von den rechtlichen Grundlagen bis hin zur inhaltlichen Ausrichtung und einer ersten Kostenkalkulation alles enthalten, 50 Prozent der Kosten werden von der Wirtschaftskammer übernommen.“

Dass die „digitale Fitness“ der burgenländischen Betriebe verbessert werden kann, zeigt die Studie „Status der Digitalen Transformation von KMU 2018“. „Wir liegen bei einem Digitalisierungsindex von 27 Prozent. Das ist zu wenig und zeigt, dass unsere Betriebe dringend professionelle Beratung bei der Umsetzung von digitalen Tools benötigen“, sagt Wilfried Drexler, Obmann der Fachgruppe UBIT Burgenland (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie). 48 Prozent der KMUs würden sich diese professionelle Unterstützung im Bereich der Digitalisierung wünschen. Leicht verdientes Geld sei der Handel im Internet jedenfalls nicht, wie Fabsits sagt: „Aufgrund der schwierigen Logistik unserer Produkte werden immer wieder Aktionen mit kostenlosem Transport für Österreich und Deutschland angeboten. Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um erfolgreich zu sein.“