„Himmlischer Beruf“: Andreas Stipsits (l.) und Julian Heissenberger werden Priester.

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Chronik | Burgenland
06/24/2019

Großes Interesse für Priesterberuf in kleinster Pfarre

Aus dem 280-Seelen-Dorf Landsee kommt mit Julian Heissenberger bereits der dritte Geistliche - eine ungewöhnliche Berufswahl.

Immer wieder kommt es vor, dass Pfarren über Priestermangel klagen. Erfreuliches gibt es da aus Sicht der Diözese Eisenstadt zu berichten: Am kommenden Samstag, 29. Juni, wird Bischof Ägidius J. Zsifkovics zwei Burgenländer im Eisenstädter Dom zu Priestern weihen.

Einer von ihnen ist Julian Heissenberger aus Landsee (Bezirk Oberpullendorf). Schon als Kind habe er den Gedanken gehegt, Priester zu werden. „Damals wurde ich aber mit meinem Wunsch nicht so ernst genommen“, erinnert sich der 29-Jährige. Was ihn dazu bewogen habe, sein Leben Gott zu weihen? „Ich glaube, es braucht da eine gute Vorbildwirkung.“

Und diese habe er einige gehabt: Denn obwohl Landsee mit rund 280 Einwohnern die kleinste Pfarrgemeinde des Landes ist, sei er doch der Dritte aus dem Dorf, der sich – nach Prälat Johann Bauer und dem Mattersburger Stadtpfarrer Werner Riegler – zum Priester berufen sieht. Ein vierter Landseer besucht derzeit noch das Priesterseminar. Zum Vergleich: Aus der Pfarre Neusiedl am See mit rund 10.000 Bewohnern, wo Julian Heissenberger derzeit als Kaplan beziehungsweise Diakon tätig ist, kommt derzeit kein einziger Geistlicher.

„Es war Prälat Bauer, dessen Predigten mich fasziniert haben“, erklärt Heissenberger. Es brauche eben „eine gute Pfarrstruktur“, um junge Menschen für die Kirche begeistern zu können, ist Heissenberger überzeugt. „Ich denke, kleine Pfarren sind da im Vorteil.“

„Dienst am Nächsten“

Der Dienst am Nächsten, das soziale Engagement ist ihm ein wichtiges Anliegen. Neben seinem Theologiestudium war er unter anderem als Rettungsfahrer und Notfallseelsorger beim Roten Kreuz tätig. Bei seiner Primizfeier nächsten Sonntag auf der Ruine Landsee werden auch Kollegen des Rotes Kreuzes erwartet.

Andreas Stipsits aus Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) ist der zweite aus der Diözese Eisenstadt, der heuer die Priesterweihe empfängt. Der 31-Jährige hatte zunächst Tontechnik studiert, bis ihn „der ersten Anruf Gottes“ ereilte. Seine damalige Freundin, so Stipsits habe bemerkt, dass „ich zum Priester berufen bin“.