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Diskussion
10/14/2019

Goldschakal darf geschossen werden

Verordnung im Jagdgesetz bringt Schusszeit für das Tier, Grüne kritisieren die Entscheidung

von Roland Pittner

Der Goldschakal hat sich von Ungarn aus bereits im ganzen Burgenland ausgebreitet. Immer wieder gibt es Sichtungen des Raubtiers. Jetzt hat die Landesregierung eine entsprechende Verordnung in Begutachtung gebracht, um den Zuzügler zu bejagen. Kritik kommt von den burgenländischen Grünen.

„Kaum siedelt sich eine Tierart an, wird sie schon zum Abschuss freigegeben, obwohl nicht der geringste Grund dafür besteht“, meint Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller von den Grünen. Laut Experten stelle der Schakal keine Gefahr für andere Tierarten dar, da sich die Räuber zum großen Teil von Nagetieren ernähren, aber auch Jungtiere von Wildschweinen und Rehen reißen können. „Im Burgenland sind lediglich etwa vier Goldschakal-Familien bekannt, von einer gesicherten Datenlage kann bei Weitem nicht ausgegangen werden“, meint Spitzmüller.

In der Flora, Fauna Habitat (FFH), eine Richtlinie der EU, zählt der Schakal zu den „Arten von gemeinschaftlichem Interesse“ . Eine Bejagung sei nur zulässig, wenn es einen günstigen „Erhaltungszustand“ gibt.

Erhaltungszustand

Der ist laut der zuständigen Landesrätin Astrid Eisenkopf, SPÖ, im Burgenland erreicht: „Die Entscheidung ist niemandem leicht gefallen und hat drei Jahre gedauert. In dieser Zeit hat es immer ein Monitoring des Bestandes gegeben.“ Mittlerweile gebe es nicht nur vereinzelte Tiere, sondern Rudelbildungen. Gemeinsam mit Experten der Universität für Bodenkultur und der Naturschutzabteilung des Landes werde auch weiterhin der Bestand beobachtet.

Die Schusszeit wird von Oktober bis März sein. „Wir haben für den Schakal keine ganzjährige Schusszeit wie in Niederösterreich“, betont Eisenkopf. Beschlossen soll die Freigabe in der nächsten Regierungssitzung werden.

Jagd

Positiv sieht die Entscheidung der Burgenländische Jagdverband, der schon seit einigen Jahren eine Schusszeit für den Schakal fordert. „Wir sind froh darüber, dass es nun endlich eine Lösung gibt“, sagt Landesjägermeister Roman Leitner. Vor allem dem Niederwild, wie Fasan und Hase, setzte der Räuber in den vergangenen Jahren immer mehr zu. Aber auch junge Rehe und andere größere Beutetiere können von den in Rudel jagenden Tieren gefressen werden.

Wie hoch die Strecke an erlegten Goldschakalen im Burgenland sein wird, ist noch unklar. „Die Tiere werden zwar überall im Land gesehen, eine Bejagung ist trotzdem sehr schwierig“, meint der Landesjägermeister.

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