"Geisterstadt Mattersburg?": Grüne sehen politische Ursachen als Grund

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Während am Stadtrand gebaut wird, stirbt der Ortskern der Bezirkshauptstadt aus.

„Eine Bezirkshauptstadt verkommt zur Geisterstadt“, schrieb die Kronen Zeitung vergangene Woche über Mattersburg. Für die Grünen Burgenland ist diese Wortwahl nicht überraschend. Sie sehen darin eine Folge jahrelanger Entscheidungen in der Raumordnung.

Leerstände im Ortskern seien kein Zufall, sondern Ergebnis einer Entwicklung, vor der man seit Jahren warne, heißt es seitens der Partei. Während im Zentrum Geschäfte schließen, werde am Stadtrand weitergebaut. Dabei weise das Burgenland bereits eine hohe Dichte an Supermärkten pro Einwohner auf. „Ortskernsterben ist kein Naturgesetz. Es ist das Ergebnis politischer Entscheidungen“, sagt Klaus Jelinek, grüner Gemeinderat in Mattersburg.

"Autoabhängigkeit"

Kritik üben die Grünen auch an der starken Autoabhängigkeit solcher Standorte. Einkaufszentren am Ortsrand seien fast ausschließlich mit dem Pkw erreichbar und führten zu zusätzlicher Verkehrsbelastung und Bodenversiegelung. „Es braucht nicht noch ein Einkaufszentrum, das nur mit dem Auto erreichbar ist. Es braucht keinen x-ten Supermarkt am Ortsrand. Was gebraucht wird, sind starke Nahversorger und wirtschaftlich aktive Ortskerne“, so Jelinek.

Lebendige Ortszentren seien nicht nur für den Handel wichtig, argumentiert Jelinek, sondern auch für das soziale Leben. Kurze Wege, Treffpunkte und eine funktionierende Nahversorgung stärkten die Lebensqualität und den Zusammenhalt.

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