Chronik | Burgenland
04.12.2018

Geburtenrückgang: Zivildienst steht vor einigen mageren Jahren

Ohne Zivildiener wäre das Rettungswesen nicht aufrechtzuerhalten. Geburtenschwache Jahrgänge bringen Herausforderungen.

Das burgenländische Rettungswesen ohne Zivildiener? „Das wäre unvorstellbar“, sagt die burgenländische Rotkreuz-Präsidentin Friederike Pirringer. „Im Jahr 2017 hatten wir einen großen Mangel und mussten hauptberufliche Mitarbeiter einsetzen, was finanziell fast nicht verkraftbar war.“

Auch die kommenden Jahre werden für die auf Zivildiener angewiesenen Organisationen wohl kein Honiglecken. Aufgrund einiger geburtenschwacher Jahrgänge ist zu befürchten, dass sich nicht genug junge Männer für den Zivildienst melden. „Die letzte volle Deckung unseres Bedarfs hatten wir im Jahr 2012“, sagt Pirringer. 14.500 Zivildiener gibt es österreichweit im heurigen Jahr, die Zuteilungsquote ist bundesweit von 93 im Jahr 2017 auf 90 Prozent im heurigen Jahr gefallen.

2018 mehr Zuteilungen

Im Burgenland zeigt sich dennoch ein anderer Trend, wie Staatssekretärin Karoline Edtstadler bei einem Besuch des Roten Kreuzes Eisenstadt mitteilte. Im Vergleich zu 2017 ist die Zuteilungsquote hierzulande nämlich von 85 auf 90 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass nur rund ein Zehntel aller Zivildienststellen nicht besetzt werden konnte. Künftig gibt es in diesem Bereich dank einer ab 1. Jänner 2019 gültigen Gesetzesnovelle auch einige Änderungen.

Mit Hilfe eines Online-Tools werden Grundzüge der Staatsbürgerschaftskunde vermittelt, auch die Vorgesetzten von Zivildienern müssen künftig ein verpflichtendes Modul absolvieren. Außerdem verlieren Zivildiensteinrichtungen neuerdings ihre Anerkennung, wenn sie drei Jahre lang keinen Bedarf anmelden. Um Missbrauch zu verhindern, wurde die maximal zulässige Anzahl von Krankenstandstagen auf 24 festgelegt. Bisher war es so, dass die Frist von 18 Tagen immer wieder neu zu laufen begann, sobald ein Zivildiener nur einen Tag im Dienst war. Neu ist auch, dass das Löschen seiner Zivildiensterklärung künftig bis zu zwei Jahre nach Beendigung des Dienstes möglich ist – das ist zum Beispiel eine Voraussetzung, wenn man einen Berufsweg bei der Exekutive einschlagen möchte.

April: Zivis bitte melden

Für den Einrückungstermin im April sucht das Rote Kreuz weiter „händeringend“ nach Zivildienern, sagt Pirringer auf KURIER-Anfrage: „Die Situation ist zwar ein klein wenig besser als vor einigen Wochen (der KURIER berichtete), allerdings hat sich das Problem noch nicht gelöst.“ Vor allem im Sommer sei der Bedarf an Zivildienern aufgrund der vielen Großveranstaltungen im Burgenland besonders hoch. Jährlich versehen rund 200 Zivildiener ihren Dienst beim Roten Kreuz Burgenland.