Für Burgenlands ÖVP zählen weiter nur Vorzugsstimmen

Für Burgenlands ÖVP zählen weiter nur Vorzugsstimmen
ÖVP-Chef Steiner argwöhnt im Zusammenhang mit einer "Schmutzkübelkampagne gegen die ÖVP" über die Nähe des Tiroler SPÖ-Chefs zu Burgenlands Roten

Die ÖVP Burgenland ist päpstlicher als der Papst. Während die türkise Bundespartei unter Sebastian Kurz und die meisten Landesorganisationen diesmal bei der Nationalratswahl darauf verzichten, die Zahl der Vorzugsstimmen zum einzigen Kriterium für den Einzug ins Parlament zu machen, setzen die Burgenländer weiter auf diesen maximalen innerparteilichen Wettkampf – übrigens auch bei der Landtagswahl im Jänner. Das „passt zum Burgenland“, sagte ÖVP-Obmann Thomas Steiner nach einer Sitzung des Landesparteivorstandes, der die Kandidatenliste einstimmig abgesegnet hat. In den Regionalwahlkreisen stehen wieder Niki Berlakovich (Süd) und Christoph Zarits (Nord), die sich schon 2017 durchgesetzt hatten, an der Spitze. Landeslisten-Erste Gaby Schwarz soll wieder über die Bundesliste (Platzierung noch offen) ein Ticket lösen. Drei Mandate seien Ende September das Ziel, so Steiner. Die Landespartei werde der Nationalratswahlkampf rund 50.000 Euro kosten, sagt Manager Christoph Wolf.

Obwohl bei der SPÖ zwei Männer (Christian Drobits, Maximilian Köllner) regionale Spitzenkandidaten sind, dürfte Gaby Schwarz nicht die einzige Burgenländerin im nächsten Nationalrat sein. Selbst wenn Petra Wagner (FPÖ) die Sensation von 2017 nicht wiederholen kann, bleibt die Siglesserin Julia Herr. Die SJ-Bundeschefin soll über die SPÖ-Bundesliste ins Hohe Haus – wohl nicht zur ungeteilten Freude der Landes-SPÖ.

Neben Burgenland und Wien machte Steiner in Tirol Station. Der ÖVP-Chef beklagte „den Schmutzkübel-Wahlkampf“ gegen Kurz, weil die anderen Parteien „auf sachlicher Ebene nicht mit uns konkurrieren können“, und verwies auf den Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer. Der hatte von einem Mail über fragwürdige Spenden Tiroler Unternehmer an eine ÖVP-EU-Mandatarin berichtet – die ÖVP spricht von Fälschung. Dornauer sei ein „besonderer Freund der SPÖ-Burgenland“, es bleibe abzuwarten, „wer die Köche in der Giftküche sind“, so Steiner kryptisch. Dornauer sei auffällig oft im Burgenland.

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