Chronik | Burgenland
30.04.2018

Frauenleiche im Neusiedler See: Mutmaßlicher Täter geständig

Als er "kuscheln" wollte, habe die Frau zu schreien begonnen und er sie in Panik gewürgt.

Im Fall der im Neusiedler See gefundenen weiblicher Leichenteile ist jener 63-jährige Mann, welcher der Tat verdächtigt wird, geständig, bestätigte seine Anwältin Astrid Wagner am Montag im Gespräch mit der APA. Es handle sich dabei um ein Tatsachengeständnis, stellte Wagner fest.

Der mutmaßliche Täter habe das spätere Opfer, eine slowakische Prostituierte, um die Mittagszeit am Westbahnhof getroffen und mit nach Hause genommen. Als er "kuscheln" wollte, habe die Frau zu schreien begonnen und er sie in Panik gewürgt. "Das Ganze ist aus dem Ruder geraten", bestätigte Wagner Medienberichte.

Der 63-Jährige habe zugegeben, dass er die Frau zersägt und abtransportiert habe - ins Burgenland nach Rust, wo seine Mutter eine Seehütte besessen hatte. Nach der Tat habe er sich nicht mehr anders zu helfen gewusst: "Ungeschehen konnte er es nicht mehr machen, aber versenken konnte er." Eine Versenkung sei auch ein symbolischer Akt.

Strafverfahren wird nach Wien verlegt

"Das Strafverfahren wird nach Wien verlegt werden, weil der Tatort offensichtlich in Wien war", erwartet Wagner. Im Burgenland sei lediglich die Leiche versenkt worden. Nach österreichischem Strafrecht gebe es die Tatortzuständigkeit, daher werde auch Wien zuständig sein.

"Riesigen Handlungsbedarf" ortet die Verteidigerin im Bereich des Maßnahmenvollzuges. Der 63-Jährige sei in Vergangenheit zweimal wegen Gewaltdelikten verurteilt worden und insgesamt 30 Jahre im Gefängnis gesessen. "Er war sicher in einem extremen psychischen Stress nach der Entlassung. Ich glaube, dass er in Freiheit verloren war."

In der Haft verliere man auch alle sozialen Bindungen: "An so einem Fall sieht man, wie problematisch das alles ist." Psychiatrie sei nicht die exakte Wissenschaft wie die Mathematik. Umgekehrt gebe es Fälle, wo Leute aufgrund von psychiatrischen Gutachten ewig in Haft schmoren würden, weil sie einmal eine gefährliche Drohung gemacht hätten und dann zehn Jahre eingesperrt seien.

Die Tat dürfte womöglich noch nicht so lange zurückliegen und womöglich im März verübt worden sein. Sie habe den Eindruck, der gebürtige Burgenländer, der seit der Kindheit in Wien lebte, sei durchaus kooperativ. Ihr Mandant sei 63 Jahre alt: "Er weiß genau, was es geschlagen hat. Er weiß, er wird in Haft sterben."