© Orovits Thomas

Chronik Burgenland
07/08/2021

Diözese musste nach Entlassung eines AHS-Direktors zurückrudern

Langjähriger Leiter des Gymnasiums der Diözese Eisenstadt war nach einem migrationskritischen Facebook-Eintrag entlassen worden und klagte erfolgreich dagegen

von Thomas Orovits

Der von der Diözese Eisenstadt wegen eines Facebook-Postings im vergangenen November entlassene Direktor des kirchlichen Gymnasiums in der Landeshauptstadt hat sich in einem Arbeitsgerichtsverfahren gegen seinen früheren langjährigen Arbeitgeber behauptet und einen bereits rechtswirksamen Vergleich erzielt. "Im Wesentlichen wurde vereinbart, dass das Dienstverhältnis mit 12. November 2020 einvernehmlich beendet wird - und nicht mit der ursprünglich ausgesprochenen Entlassung - und mein Mandant Magister Josef Mayer seine Abfertigungsansprüche erhält und auch die ihm bis zu obigem Datum zustehenden Ansprüche aus seinem Dienstverhältnis mit der Diözese Eisenstadt", sagte Mayers Rechtsanwalt Thomas Beck (Beck & Dörnhöfer & Partner) am Donnerstag gegenüber dem KURIER.

Wie berichtet, hatte der damals 63-jährige Schulleiter unmittelbar nach dem Terroranschlag am 2. November in Wien gepostet: „Terror in Wien! Refugees welcome!!!...“. Der Direktor habe mit seinem  „sehr unglücklichen Posting“ den Anschlag in Wien in  direkten Zusammenhang mit Flüchtlingen gebracht und  „eine rote Linie überschritten“, hatte Diözesansprecher Dominik Orieschnig die unmittelbar folgende Suspendierung begründet. Danach seien „Fakten an die Diözese herangetragen“ worden, welche  die Entlassung „erforderlich machten“. Welche Fakten das gewesen sein sollen, blieb ein kirchliches Geheimnis.

Lehrer an der AHS Kurzwiese

Das Gericht haben sie offenbar nicht überzeugt - die Entlassung hat nicht gehalten. Vonseiten der diözesanen Rechtsvertretung hieß es am Donnerstag, die faktenbasierten Vorwürfe, die man nicht näher erläutern wollte, seien aufrecht. Der Aufwand einer Aufarbeitung sei aber sehr hoch, deshalb habe man nun einen „Kompromiss gefunden“ – nicht mehr.

Er habe das Posting im Herbst 2020 selbst  einige Stunden vor der Kontaktaufnahme durch die Diözese gelöscht. „Mein Ersuchen um ein Gespräch mit dem  Bischof wurde mit den Worten: ,Der Herr Bischof möchte nicht mit Ihnen reden‘ abgetan“, hatte sich Mayer damals sehr enttäuscht gezeigt, dass er nach jahrzehntelanger Verbundenheit mit dem Wolfgarten so behandelt wurde. Eine Petition für den Verbleib Mayers am einzigen diözesanen Gymnasium im Burgenland hatte hunderte Unterstützer gefunden und auch ehemalige höchstrangige ÖVP-Landespolitiker hatten sich für Mayer verwendet.

Mayer, der Englisch und Deutsch unterrichtet, hat als Bundeslehrer auch ein Dienstverhältnis mit dem Bund und ist mittlerweile Lehrer an der AHS Kurzwiese in Eisenstadt, wo er im Herbst wieder seinen Dienst antreten will.

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