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Chronik Burgenland
01/26/2020

Diese Männer haben das Burgenland seit 1945 regiert

SPÖ stellt seit 1964 den Landeshauptmann. Vorher amtierten drei ÖVP-Landeshauptleute.

von Michael Pekovics

Obwohl bei den jüngsten bundesweiten Urnengängen die ÖVP vorne lag, ist das Burgenland seit langem ein "rotes Kernland". Seit 1964 sitzen SPÖ-Politiker im Landeshauptmannsessel, als bisher sechster gewählter roter Landeschef amtiert seit Ende Februar des vergangenen Jahres Hans Peter Doskozil. Von 1946 bis 1964 hatte die ÖVP insgesamt drei Landeshauptleute gestellt.

Burgenlands erster Landeschef nach dem Zweiten Weltkrieg, Ludwig Leser (SPÖ), war im September 1945 von der Provisorischen Staatsregierung ernannt worden und war bis Jänner 1946 im Amt. Aus den ersten freien Wahlen ging die ÖVP als stärkste Partei hervor und nominierte den Burgenlandkroaten Lorenz Karall als Landeshauptmann. Ihm folgte nach seinem krankheitsbedingten Rücktritt Johann Wagner nach, der bis 1961 amtierte.

1964 wurde das Burgenland von schwarz auf rot umgefärbt

Dritter Landeschef der ÖVP nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Josef Lentsch, der jedoch im Wahlkampf für die Landtagswahl 1964 schwer erkrankte. Bei der Wahl nahm die SPÖ der ÖVP Platz Eins ab, und Hans Bögl wurde Landeshauptmann.

Er machte zwei Jahre später Platz für Theodor Kery, der vom Sommer 1966 bis Oktober 1987 amtierte. Kery trieb vor allem die Schulpolitik und den Wohnbau voran und ist Burgenlands bisher längstdienender Landeschef. 1987 erklärte Kery, nachdem die SPÖ bei der Landtagswahl drei Mandate verloren hatte, noch am Wahltag seinen Rücktritt.

Ein offenbar geplatzter Pakt zwischen ÖVP und FPÖ zur Kür des ÖVP-Politikers Franz Sauerzopf verhalf damals überraschend dem Sozialdemokraten Hans Sipötz in den Landeshauptmannsessel.1991 wurde die Wahl vorverlegt. Die SPÖ war mit 17 Mandaten bei der Landeshauptmann-Kür erneut auf die Hilfe einer anderen Partei angewiesen.

Nach turbulenten Verhandlungen einigten sich SPÖ und ÖVP auf ein Arbeitsübereinkommen, Finanzlandesrat Karl Stix (SPÖ) wurde neuer Landeschef. In der Amtszeit von Stix trat Österreich der EU bei, das Burgenland erhielt den Status eines Ziel 1-Gebietes zuerkannt, wodurch es in den Genuss von EU-Förderungen - bis heute sind es mehr als 2,4 Milliarden Euro - kam.

Das Ende der Ära Stix war überschattet vom im Sommer 2000 aufgeflogenen Bank Burgenland-Kreditdebakel. ÖVP und FPÖ beschlossenen vorgezogenen Neuwahlen im Dezember 2000, bei denen die SPÖ mit Hans Niessl an der Spitze wider Erwarten einen Wahlsieg einfuhr.

2005 holte die SPÖ ihre letzte absolute Mehrheit

SPÖ und Grüne schlossen in der Folge ein Arbeitsübereinkommen, das Niessl die Wahl zum Landeshauptmann sicherte. Bei der Landtagswahl 2005 erreichte die SPÖ erstmals seit 1987 wieder die Absolute Mehrheit. Das politische Klima wurde im Lauf der Legislaturperiode rauer, die Landtagswahl 2010 wurde von Herbst auf Mai vorverlegt.

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Nach dem Verlust der SPÖ-Absoluten schlossen Sozialdemokraten und Volkspartei ein Arbeitsübereinkommen. Eine Verfassungsreform beendete den Proporz in der Landesregierung - und eine im Eiltempo geschmiedete Koalition zwischen SPÖ und FPÖ besiegelte das Schicksal der ÖVP als Regierungspartei.

Am 28. Februar 2019 übergab Niessl das Amt an seinen Nachfolger Doskozil, der die von beiden Parteien für ihren Zusammenhalt gelobte rot-blaue Koalition nahtlos fortsetzte.

  • Ludwig Leser (SPÖ) von 1.10.1945 bis 4.1.1946
  • Lorenz Karall (ÖVP) von 4.1.1946 bis 22.6.1956
  • Johann Wagner (ÖVP) von 22.6.1956 bis 8.8.1961
  • Josef Lentsch (ÖVP) von 8.8.1961 bis 3.6.1964 / Fortführung der Amtsgeschäfte bis 12.6.1964
  • Hans Bögl (SPÖ) von 12.6.1964 bis 28.6.1966
  • Theodor Kery (SPÖ) von 28.6.1966 bis 30.10.1987
  • Hans Sipötz (SPÖ) von 30.10.1987 bis 18.7.1991
  • Karl Stix (SPÖ) von 18.7.1991 bis 27.12.2000
  • Hans Niessl (SPÖ) von 28.12.2000 bis 28.2.2019
  • Hans Peter Doskozil (SPÖ) ab 28.2.2019
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