Die Burgenland Energie senkt die Preise, aber nicht für alle

Mehrere Windräder und große Solarfelder stehen auf einer weitläufigen grünen Landschaft unter blauem Himmel.
Fanclub-Mitglieder sollen Strom für unter 10 Cent pro Kilowattstunde bekommen. Gas wird ab April billiger.

Für ihre Gaskunden hat die Burgenland Energie (BE) eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Gas wird um 20 Prozent billiger, was einem durchschnittlichen Haushalt rund 180 Euro Heizkostenersparnis bringen soll. Die weniger gute Nachricht: Die Preissenkung tritt im April in Kraft – also erst am Ende der aktuellen Heizperiode.

Mit ihrer Beschaffungsstrategie sei es der BE gelungen, die Gaspreise auf unter 5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) mit einer Preisgarantie für ein Jahr zu senken, erklärte CEO Stephan Sharma am Mittwoch. Gleichzeitig legte er den (noch-)Gasbeziehern einen Umstieg auf erneuerbare Energie nahe: „Mit unserem neuen geförderten rundum-sorglos Wärmepumpen-Angebot bieten wir unseren Kunden den Weg raus aus der Energieabhängigkeit und Unsicherheit“.

Beim Strom bietet die BE bereits seit einem Jahr ein verlockendes Angebot an, das da lautet: 10 Cent pro kWh fix für 20 Jahre. Dafür muss man allerdings Mitglied beim „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ (FCBE) sein. Neu ist, dass sich über die regionale Energiegemeinschaft nun auch Netzkosten, Steuern und Abgaben verringern, wodurch sich ein Strompreis von unter 10 Cent pro Kilowattstunde ergebe.

Unterm Strich würde sich für einen Durchschnittshaushalt eine Ersparnis von 220 Euro im Jahr ergeben, rechnete Sharma vor.

Warum nicht für alle?

Warum man diesen Tarif nicht gleich für alle BE-Kunden freischaltet? Aus rechtlichen Gründen sei es notwendig, dass sich jeder Stromabnehmer selbst zum Fanclub anmelde, erklärte Sharma. Mitgliedsanträge können online auf fcbe.at gestellt werden. Unternehmen können sich über langfristige Verträge („PPA“) ebenfalls unabhängig von Marktpreisen machen.

ÖVP: „Teures Produkt“

Kritik an der Preispolitik der BE kommt von der ÖVP Burgenland. Landesparteiobmann Christoph Zarits nennt das Fanclub-Modell ein „teures Zusatzprodukt“: „Jeder Haushalt braucht weiterhin einen regulären Liefervertrag – und genau dieser bleibt mit über 12,5 Cent pro Kilowattstunde viel zu hoch.“

Der Fanclub decke nur rund zwei Drittel des Verbrauchs, für den Rest müsse der teurere Standardtarif bezahlt werden. Zarits: „Würde die Burgenland Energie den Strompreis tatsächlich auf 10 Cent senken, wäre der Fanclub überflüssig. So bleibt es ein kompliziertes System, das von hohen Grundpreisen ablenken soll.“

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