Blick auf das burgenländische Landhaus in Eisenstadt

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Chronik Burgenland
04/01/2020

Burgenland zahlt Kulturförderung beschleunigt aus

„Sicherheitsnetz für Kunst- und Kulturszene“: Künstler-Notfallfonds wird vorgezogen. Keine Mittel-Rückforderungen bei Absagen.

Das Land Burgenland wickelt wegen der Coronavirus-Pandemie die Kulturförderung rasch ab und beschleunigt die Auszahlung von Förderungen. Dadurch sowie durch eine Anpassung der Förderrichtlinien soll burgenländischen Kulturinitiativen und Kulturschaffenden durch die Krise geholfen werden, hieß es am Mittwoch vonseiten des Kulturreferenten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Teil der Maßnahmen ist etwa die Vorziehung des geplanten Notfallfonds für Künstlerinnen und Künstler. Alle fristgerecht eingebrachten Anträge würden derzeit in den sechs Fachbeiräten bearbeitet im Bemühen, die beste Förderoption für die Projektträger zu finden.

Insgesamt werde in dieser Etappe ein Fördervolumen von knapp 2,1 Millionen Euro vergeben. Die Förderrichtlinien werden durch Sonderbestimmungen zur Coronakrise ergänzt. Entsprechend dieses „Sicherheitsnetzes für die Kunst- und Kulturszene“ im Burgenland seien Projekte, für die bereits Kosten angefallen sind, auch dann förderfähig, wenn das Projekt nicht wie vorgesehen im vollen Ausmaß zustande kommt.

Förderungen: Projekte können verschoben werden

Das Land Burgenland werde keine Förderungen zurückfordern, wenn es aufgrund der Coronakrise zu Projektabsagen komme, wurde betont. Die bis dahin entstandenen projektbezogenen Kosten können auch dann zur Abrechnung vorgelegt werden, wenn das Vorhaben nicht zustande gekommen ist.

Alle für das Jahr 2020 genehmigten Projekte können nach Mitteilung an die Förderstelle verschoben oder auch ins Folgejahr verlegt werden. Seit März 2020 können Kulturbetriebe, Dachverbände und saisonale Veranstaltungen mehrjährige Förderverträge beantragen. Diese vom Landeshauptmann forcierte Umstellung des Fördersystems werde beibehalten.

Genehmigte Förderungen sollen nicht nur möglichst rasch ausgezahlt, sondern auch bevorschusst werden. Von der üblichen Aufteilung auf Monatsraten werde Abstand genommen und der genehmigte Betrag im Voraus überwiesen.

Die ebenfalls vorgesehene Einrichtung eines Härtefonds für Künstler wird vorgezogen. Dieser soll dann finanzielle Hilfe gewährleisten, wenn andere Maßnahmen - vor allem des Bundes - nicht greifen. Die diesbezüglichen Richtlinien würden bereits erarbeitet.

Hotline für Anfragen

Fragen zu Förderungen im Kunst- und Kulturbereich können an die Mitarbeiter der Abteilung 7 - Bildung, Kultur und Gesellschaft gerichtet werden (post.a7-kultur@bgld.gv.at). Weiters wurde eine Hotline unter der Telefonnummer 0650/911 07 68 bzw. per E-Mail (dieter.szorger@bgld.gv.at) eingerichtet.

„Das Land hat sich angesichts der aktuellen Herausforderung generell vorgenommen, dass niemand im Stich gelassen wird“, so Doskozil laut Aussendung. Das gelte auch für die vielen Vereine, Initiativen und Persönlichkeiten im Bereich der Kultur. Man werde auch darauf achten, individuelle Härtefälle abzufedern, die von den Maßnahmen des Bundes nicht berücksichtigt werden.

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