© Biohof Tomschitz

Saisonstart
04/11/2020

Burgenland: Das erste Gemüse wird geerntet

Landwirte haben Sorgen wegen des Absatzes; einen Engpass an Erntehelfern gibt es derweil nicht.

Der erste Spargel ist gestochen. Die Ernte sei zwar noch nicht voll angelaufen, sagt Andreas Haider, Landwirt aus Illmitz (Bezirk Neusiedl am See), es sei noch ein bisschen zu trocken.

Mit der Qualität des Gemüses ist Haider zufrieden. Was ihm Sorgen bereitet, ist der künftige Absatzmarkt.

„Wir haben bisher 90 Prozent unseres Spargels an die Gastronomie- und Thermenbetriebe geliefert. Das fällt jetzt alles weg, weil ja alle geschlossen sind.“

Dass er den Absatz durch Kooperationen mit dem Handel so kurzfristig kompensieren kann, bezweifelt er. Haider wird das begehrte Gemüse nicht nur Ab-Hof verkaufen.

„Wir wollen auch Private im ganzen Land beliefern“, nennt Haider sein Konzept.

Robert Michlits’ grüner Spargel steckt derweil noch in der Erde in Wallern im Seewinkel. Im Familienbetrieb wird der Asparagus officinalis erst in den kommenden sieben bis zehn Tagen gestochen.

Spargel in der "regionalen Ecke"

Die Nächte seien noch zu kalt, zudem müsse man den Spargel beregnen. Familie Michlits beliefert zum einen den Handel. Seit ein paar Jahren wird das begehrte Gemüse auch in den „regionalen Ecken“ der Supermärkte angeboten.

Zu den Abnehmern zählt auch die Gastronomie. Und auch wenn Restaurants und Gasthäuser seit wenigen Tagen Speisen zum Abholen anbieten dürfen, sei ungewiss, wie hoch der Absatz in der Gastronomie sein wird.

„Wir müssen schauen, wie sich die Situation entwickelt und ob die Kunden, die sonst ins Lokal essen gegangen sind, im gleichen Ausmaß ihr Essen vom Gastronomiebetrieb holen“, sagt Michlits.

Ab-Hof-Verkauf

Am Biohof von Robert Tomschitz in Pöttsching wurden schon die ersten Jungzwiebel geerntet. In den kommenden Tagen werden auch Salat und Spinat geerntet und der erste Spargel der Saison gestochen.

Sorgen um den Absatz macht sich Tomschitz weniger. „Wir verkaufen eigentlich das meiste Ab-Hof und über Bauernläden und weniger an die Gastronomie.“

Radieschen im Freiland

In den Freilandkulturen gibt es auch bereits die ersten Radieschen, weiß Mario Almesberger von der Pflanzenbauabteilung in der Landwirtschaftskammer Burgenland.

Und in den beheizten Glashäusern werden die ersten Gurken, Paradeiser und Paprika geerntet. „Das Gemüse ist heuer ein paar Tage früher dran, als noch vor zwei, drei Jahren“, erklärt Almesberger. Grund dafür ist u. a. der milde Winter.

Auch in der Landwirtschaftskammer befürchtet man, dass der Absatz an Gemüse aufgrund der Einschränkungen in der Gastronomie heuer geringer sein könnte. „Wir appellieren deshalb an die Kunden, heimische Ware zu kaufen“, sagt Almesberger.

1.800 Erntehelfer

Engpässe mit den zumeist ungarischen Erntehelfern gebe es derzeit im Burgenland nicht. Der Großteil der Arbeitskräfte komme aus Ungarn.

Im Vorjahr etwa waren 1.800 Erntehelfer im Burgenland im Einsatz, 88 Prozent von ihnen waren Ungarn.

„Wie es momentan aussieht, dürften wir in Bezug auf die Erntehelfer mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt Almesberger.

Wie es allerdings im Herbst mit den Erntehelfern im Weingarten aussehen werde, das sei aber noch fraglich, hieß es am Freitag aus der Landwirtschaftskammer.

Frische Ware beim Markt der Erde am Karsamstag

Beim Slow-Food-„Markt der Erde“ in Lutzmannsburg werden auch heute, am Karsamstag,  Produkte aus der Region angeboten. Obwohl wegen des Coronavirus ein eingeschränkter Betrieb und Sicherheitsvorkehrungen herrschen: „Auch heuer soll es einen schönen Ostertisch geben“, sagt Kerstin Rohrer, Sprecherin von Slow Food Burgenland.


Vor dem Pfarrstadl in der Hofstatt findet heuer der Ostermarkt mit Sicherheitsabstand und unter Einhaltung  strenger Hygienemaßnahmen statt.


So offeriert etwa Anna Maria Leuschen am Stand ihres „Verboten Gutes“ neben Chutneys und Marmelade auch selbst gemachte Bärlauchsuppe in der Flasche. Angeboten werden etwa auch selbstgemachte Rumtrüffel-Eier mit Punschglasur.

Die kleine Hexe – MalaHex – wie sich Katharina Kuzmits nennt, hat  Gewürze, Senf, Marmelade und Sirup im Repertoire. „Der Genuss der  Frühlingskräuter ist jetzt besonders ideal, um das Immunsystem zu stärken“, sagt Kuzmits.


Bio-Gärtnerin Anita Beisteiner aus der Buckligen Welt bietet unter anderem Gemüse-Jungpflanzen, Bio-Saatgut und  Beerensträucher für den Garten an.


Des Weiteren wird u. a. Gemüse der Saison vom Biohof Pölzer aus  St. Andrä/Zicksee, Straußenfleisch aus Draßmarkt, Honig aus der Schlossmühle in Kobersdorf sowie Wild-Wurst & -Pasteten und Vollkorn-Bio-Gebäck  von Waldherr angeboten. Änderungen sind aufgrund der aktuellen Lage möglich.


www.slowfoodburgenland.at

 

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