© Michael Pekovics

Chronik Burgenland
06/30/2020

Ältere Männer betäubt und ausgeraubt: Prozess vertagt

Das Paar soll im Bezirk Mattersburg tätig gewesen sein. Das Duo bestritt die Vorwürfe am Dienstag in Eisenstadt.

Eine 29-Jährige und ein 34-Jähriger standen am Dienstag in Eisenstadt vor Gericht, weil sie als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung im Sommer 2019 im Bezirk Mattersburg ältere Männer mit Medikamenten betäubt und ausgeraubt haben sollen. Die beiden Angeklagten bestritten ihre Beteiligung an den Taten und bekannten sich nicht schuldig.

Schwerer Raub vorgeworfen

Dem Paar aus Rumänien wird schwerer Raub vorgeworfen. Die Bande hatte laut dem Staatsanwalt das Ziel, ältere Männer zu Hause aufzusuchen, sie in ein Gespräch zu verwickeln und die Gelegenheit zu nutzen, um ihnen Betäubungsmittel in die Getränke zu mischen. Als sie dann schliefen, durchsuchten Mitglieder der Bande ihre Häuser.

219.000 Euro gestohlen

Zwei Mal soll es zu einem Raub gekommen sein: Anfang Mai wurden einem Pensionisten in Baumgarten 219.000 Euro gestohlen, die er aufgrund einer anstehenden Investition in Kuverts im Haus aufbewahrte.

Im Juli wurden einem Mann aus Schattendorf rund 24.000 Euro gestohlen. „Die Betäubungsmittel, die hier verwendet wurden, sind hochpotente Mittel, die sonst nur unter strenger ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Dass da nicht mehr passiert ist, als dass die Männer eingeschlafen sind, war fast schon ein Zufall“, betonte der Staatsanwalt.

Der 34-Jährige soll als Fahrer fungiert haben. Der 29-Jährigen wird vorgeworfen, dass sie gemeinsam mit einer mittlerweile 21-Jährigen, die bereits Ende November zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt wurde, bei den Männern gewesen sei und sie bestohlen habe. Beide bestritten das.

Nur zum Betteln

Bei der ersten Tat im Mai 2019 seien sie in Deutschland in Saarbrücken gewesen. „Von Saarbrücken nach Eisenstadt fährt man Stunden mit dem Auto. Sie können zur Tatzeit nicht in Österreich gewesen sein“, betonte ihr Verteidiger. Die 29-Jährige gab an, die älteren Männer in Baumgarten und Schattendorf im Juli 2019 zwar zusammen mit der 21-jährigen Verurteilten aufgesucht zu haben, aber lediglich zum Betteln. Mit den Straftaten habe sie nichts zu tun gehabt.

Der Verteidiger der beiden Angeklagten stellte deshalb Beweismittelanträge. Die 21-Jährige müsse erneut befragt werden. Außer ihrer Aussage gebe es gegen den 34-Jährigen „überhaupt keine weiteren Beweise“ und es handle sich wohl um „eine falsche Aussage, um ihre Familie zu decken“. Die 21-Jährige sei mittlerweile enthaftet und wieder in Rumänien.

Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.