Skateboarder erobern die Stadt

Der Salzburger Künstler Tom Beyr dokumentiert die Skateboard-Szene im urbanen Umfeld. Die Schau "Urban Symbiosis" zeigt die Asphalt-Cowboys.

Das Künstlerhaus Salzburg zeigt eine neue Ausstellung. "Urban Symbiosis: On City, Space and Body" zeigt Fotografien des jungen Künstlers Tom Beyr. Zu sehen sind die Interaktion der Skateboard-Kultur mit der Architektur der Stadt Salzburg. Skater benützen die historische und moderne Stadtlandschaft für ihren Sport. Sie erobern den öffentlichen Raum für ihre Zwecke. Der Fotoband "Urban Symbiosis" (siehe Link unten) ist aus der Diplomarbeit von Tom Beyr mit dem Titel "Das Porträt einer sportiven Szene" hervorgegangen. Die in dem Band abgebildeten Fotos sind in einer halbjährigen Projektphase im Großraum Salzburg entstanden. Der Künstler hat dazu gemeinsam mit der dort ansässigen Skateboard-Szene gearbeitet. Die Fotos spiegeln die grundsätzlichen Werte, Einstellungen und Motive der Skateboard-Kultur wider. Sie haben einen stark sozialdokumentarischen Charakter. Tom Beyr zeigt Skateboarder im körperlichen Dialog mit ihrer urbanen Umwelt. Diese Akteure sind immer auf der Suche nach den neuesten Bauten für ihre waghalsigen Manöver. Höchste Körperbeherrschung und Vertrautheit mit dem Gerät zeichnen sie aus. "Die Akteure mit ihren Skateboards sind moderne Anarchos. Sie betrachten die Stadtlandschaft bloß als Werkstoff für ihr Leben und überprüfen sie damit auf aktuelle Brauchbarkeit", so Roman Höllbacher, Ausstellungsmacher und künstlerischer Leiter der Initiative Architektur. Zeitgenössische Bauten werden von Skatern jenseits ihrer ursprünglichen Nutzungsform gebraucht. Versiegelte Oberflächen stellen eine Herausforderung für junge Asphalt-Cowboys dar, die moderne Stadt auf ihre spezifischen Fahreigenschaften auszutesten. Ein Diskurs über das Zusammenspiel von Architektur und Jugendkultur ist das Ziel der Ausstellung. "Tom Beyr hat einen soziologischen, sportlichen und zugleich künstlerischen Blick auf Architektur geworfen. Das Ergebnis hat mit stylish-geglätteter Architekturfotografie nichts zu tun." "Skateboarder sein, heißt, sich im städtischen Raum zu präsentieren und vor allem sich auszudrücken. Man folgt keinen vorbestimmten Bahnen, sondern gestaltet diese neu", so Beyr im zur Ausstellung erschienenen Fotoband über das urbane Phänomen "Skateboarding". Längst ist es nicht mehr nur eine Form der Fortbewegung, vielmehr ist es Teil einer Jugendkultur, Ausdruck von Identität und Individualität, ein Lebensgefühl. Tom Beyr ist gebürtiger Salzburger, wo er auch lebt und arbeitet. Als Absolvent des Studienganges Multimedia Art an der Fachhochschule Salzburg beschäftigt er sich mit der sportiven Nutzung des urbanen Lebensraumes. Der 33-Jährige betätigt sich als Fotograf, Kameramann und Editor. Die Fotoschau ist von 5. Mai bis 2. Juli jeweils dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr zu sehen. Am 2. Juli wird im Rahmen des Tages der offenen Tür im Künstlerhaus eine Skateboard-Session in Anlehnung an die Ausstellung zu bestaunen sein. "Urban Symbiosis - Tom Beyr. On City, Space and Body"
Raum für Architektur im Künstlerhaus
Heilbrunner Straße 3, 5020 Salzburg
Näheres zur Ausstellung, siehe Link unten.
(KURIER.at) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?