Girls-Konzert: Herzschmerz & gute Laune

Gescheiterte Träume und gebrochene Herzen dominieren die Songs der Girls, trotzdem war ihr Auftritt im WUK kein trauriger.

Eine wunderbare Mischung aus tieftraurigen Songs und Happy-Tunes gab es Montagabend im gut gefüllten Wiener WUK zu hören: Die Indierockband Girls stammt aus San Francisco und ihre Mitglieder, durchwegs Männer, sind Freunde melancholischer Gitarrenklänge und des Surfer-Rock.


Zum Durchklicken ... Girls `n` Roses: Die Mikroständer waren, wie es bei den Girls-Konzerten öfter vorkommt, mit Rosen geschmückt. Die Blumen hätte es aber gar nicht gebraucht, um eine melancholische Atmosphäre herzustellen. Diese konnte der Frontman und Experte für gebrochene Herzen, Christopher Owens auch so vermitteln. Seine erste Gitarre hatte Owens von einem ehemaligen Fleetwood Mac-Mitglied geschenkt bekommen. Mit Flanellhemd und zerzausten Haaren erinnert er aber eher an Nirvana-Legende Kurt Cobain, ... ... auch die Musik der Girls präsentiert sich manchmal im dreckigen Grunge-Gewand, erinnert dann aber wieder an die Beach Boys oder die Beatles. So gelang es den Girls auch in Wien, eine abwechslungsreiche Mischung in die Setlist zu bringen. Melancholischen Depressionshymen folgten ... ... Gute-Laune-Songs wie etwa "Honey Bunny", die zum Tanzen verleiteten. Neben der Schunkel-Nummer "Laura", einem Lied aus ihrem Debütalbum "Album", ... ... waren es vor allem Songs ihrer zweiten und aktuellen CD "Father, Son, Holy Ghost", die den Abend dominierten: "Alex", "My Ma" oder "Die". Als Höhepunkt gaben Girls schon recht bald "Vomit" zum besten, die erste Singleauskopplung ihres zweiten Longplayers. Dieses Album war es auch, auf dem das Duo Christopher Owens und Chet JR White, das erste mal Musiker als Verstärkung dazuholten, ... ... die auch in Wien vertreten waren: Schlagzeuger Darren Weiss, Keyboarder Dan Eisenberg and Gitarrist John Anderson standen mit den Ur-Girls auf der Bühne. Nach etwa einer Stunde und etwas mehr als zehn Songs verließen Girls die Stage, um... ... sie später wieder mit "Jamie Marie" als Zugabe zu betreten - einer wunderbar ruhigen, schönen und melancholischen Nummer. Nach einer weiteren Zugabe verschwanden die Girls aber endgültig von der Bühne und entließen ihr Publikum passenderweise in eine kalte, dunkle Nacht. Die Supportband des Abends war Spectrals, eine junge Garage-Rock`n`Roll Band mit dem Rotschopf Louis Oliver Jones als Frontmann. Am Anfang noch von Soundproblemen geplagt, kratzten die Spectrals nach dem ersten Song gerade noch die Kurve, ... ... um zu beweisen, dass sie als Vorgruppe der Girls durchaus würdig sind: Sympathischer Doo-Wop-Rock aus Großbritannien.
(KURIER) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?