Früheres Ergebnis bei HIV-Test

Die deutsche Aids-Gesellschaft veröffentlicht neue Richtlinien.
Eine rote Schleife vor dem verschwommenen Gesicht einer Person mit blauen Augen.

Der Verdacht auf eine Infektion mit dem Erreger der unheilbaren Immunerkrankung Aids lässt sich nun in Deutschland offiziell schneller nachweisen: Ein sicheres Test-Ergebnis soll bereits nach sechs Wochen statt bisher drei Monaten Sicherheit liefern. Die zuständigen medizinischen Fachgesellschaften verkürzten jetzt die erforderlichen Fristen.

Erleichterung für viele Betroffene

Damit folgen die "Gesellschaft für Virologie" ( GfV) und die "Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten" (DVV) den europäischen Richtlinien, die schon vor einem Jahr geändert wurden. Ein früheres Ergebnis stelle für viele verunsicherte Menschen eine Erleichterung dar und könne zudem besser zum Test motivieren, heißt es bei der Deutschen Aids-Hilfe. Ein "größtmögliches Maß an Sicherheit ist aber nach wie vor erst nach drei Monaten gegeben", betont Univ.-Prof. Armin Rieger, Leiter der der HIV-Ambulanz im Wiener AKH.

Erst Zeitfenster zeigt Antikörper sicher

Dass man sich bisher an diesem Zeitfenster orientierte, liegt am Wesen des Virus. Er vermehrt sich im Körper des Infizierten, der wiederum Antikörper bildet. "Es ist zu erwarten, dass diese bei einem Zeitpunkt früher als 12 Wochen nach der Infektion noch nicht in ausreichendem Maß gebildet worden sind," erklärt Rieger. Zusätzlich können im Blut der Betroffenen auch Antigene mittels sogenanntem PRC-Test nachgewiesen werden. Damit kann das Protein p24 anzeigt werden, das der Aidserreger bildet und nur vorübergehend und relativ kurz nach einer Infektion im Blut zu finden ist. Ein sicheres Testergebnis liegt daher bereits nach zwei Wochen vor.

Kombi-Verfahren sind heute Standard

Mittlerweile ist ein kombinierter Test dieser beiden Methoden längst Standard bei Aidshilfe-Einrichtungen und in Kliniken. "Wir machen das schon seit Jahren", sagt Rieger. "Wenn keine Infektion vorliegt, versuchen wir das so früh wie möglich zu kommunizieren. Wenn man ganz sicher sein will, bestellen wir den Patienten nach drei Monaten nochmals."

Die Testmethoden für HIV haben sich in den vergangenen zehn Jahren enorm weiterentwickelt. Rieger: "Wartezeiten von sechs Monaten, bis ein Ergebnis vorliegt, gehören der Vergangenheit an." Vor allem die Entwicklung der PCR-Methode gilt als Meilenstein in der HIV-Forschung. Moderne Kombinationstests liefern generell früher sicherere Ergebnisse als ihre Vorgänger.

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