Neue Rekordmenge: Welt erstickt im Elektroschrott

Ein Kind hockt auf einer Müllhalde und scheint an einem alten Fernseher zu arbeiten.
Die größten Umweltsünder pro Einwohner sind Länder, die sich sonst als besonders umweltbewusst darstellen.

Der weltweit produzierte Berg an Elektroschrott ist im vergangenen Jahr auf 41,8 Millionen Tonnen gewachsen. Damit sei nach 39,8 Millionen Tonnen im Vorjahr ein neuer Höchststand erreicht, hießt es in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Universität der Vereinten Nationen.

Fast 60 Prozent des Schrotts machten demnach große Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen aus. Entsorgte Handys, Drucker oder Laptops hatten einen Anteil von sieben Prozent an der Gesamtmenge.

Der Abfallberg entspricht rund 1,15 Millionen voll beladenen Lastwagen, die aufgereiht eine Länge von 23.000 Kilometern ergäben, heißt es in dem Bericht. Die größten Umweltsünder pro Einwohner sind der Studie zufolge Länder, die sich sonst als besonders umweltbewusst darstellen. So wird die Liste von Norwegen angeführt, das pro Kopf 28,4 Kilogramm Elektroschrott produzierte. Es folgen die Schweiz mit 26,3 Kilogramm, Island (26,1 Kilogramm), Dänemark (24 Kilogramm) und Großbritannien (23,5 Kilogramm). Auch Frankreich (22,2 Kilogramm) sowie die USA und Österreich (jeweils 22,1 Kilogramm) belegen einen der vorderen Plätze.

Drittel entfällt auf USA und China

Ein Arbeiter mit Schutzhelm steht auf einem Haufen alter Computer und Monitore in einer Lagerhalle.
An employee arranges discarded computers at a newly opened electronic waste recycling factory in Wuhan, Hubei province March 29, 2011. According to the U.S. Environmental Protection Agency (EPA), e-waste is the fastest growing commodity in the waste stream, with a growth rate five times that of other parts of the business such as industrial waste. The burgeoning middle classes in fast-growth China and India mean there are more computers and mobiles, adding to e-cycling growth. REUTERS/Stringer (CHINA - Tags: ENVIRONMENT IMAGES OF THE DAY BUSINESS SCI TECH) CHINA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN CHINA
In absoluten Zahlen fällt der meiste E-Müll in den USA und China an, die gemeinsam 32 Prozent zum Abfallberg beitragen. Darauf folgen Japan, Deutschland und Indien. Die geringste Menge Elektroschrott pro Kopf entfiel mit durchschnittlich 1,7 Kilogramm auf die afrikanischen Länder. Insgesamt wurden auf dem Kontinent mit mehr als einer Milliarde Einwohner vergangenes Jahr nur 1,9 Millionen Tonnen Elektroschrott entsorgt.

Zu wenig wird wiederverwertet

Nur ein Sechstel des Elektroabfalls werde wiederverwertet, stellte die UN-Universität fest. Der Wert des recycelten Materials beläuft sich demnach auf 48,5 Milliarden Euro. In dem Müll fanden sich unter anderem 300 Tonnen Gold, was elf Prozent der Jahresproduktion des Edelmetalls im Jahr 2013 entspricht. "Der E-Müll stellt weltweit eine wertvolle 'urbane' Mine dar - ein großes Potenzial wiederverwertbarer Materialien", sagte Universitätsrektor David Malone.

Zugleich befanden sich in dem Elektroschrott aber auch 2,2 Millionen Tonnen gefährliche Bleiverbindungen, ebenso wie Quecksilber, Kadmium, Chrom und 4400 Tonnen die Ozonschicht gefährdende Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Daher handele es sich bei dem E-Müll ebenso um eine "toxische Mine", die "mit extremer Vorsicht" gehandhabt werden müsse, sagte Malone.

Zum UN-Report "Global E-Waste Monitor"

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