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Warum Erwin Steinhauer ein "Disharmoniker" ist und nie nach Hollywood wollte

"Bua, i sag dir eins: Wenn du mit 32 Jahren nicht so berühmt bist, wie der Ossy Kolmann (Anm.: großer Komiker, gestorben 2016), dann lass es. Du kannst dann immer noch in den Lehrberuf einsteigen“, sagte einst Papa Steinhauer zum jungen Erschi.

Und der „Bua“ ist bekanntlich nicht Lehrer (sein Geschichte- und Germanistik-Studium brach er ab) geworden, sondern stand mit 32 auf der Bühne des Burgtheaters.

Nächsten Sonntag (am 19. September) feiert Erwin Steinhauer, der „Geburtstagsflüchtling“, wie er sich selbst bezeichnet, seinen 70er.

„Der letzte große Geburtstag war mit 60. Da hat mich meine Familie in der Kantine der Josefstadt nach einer Vorstellung überrascht. Und jetzt haben mich meine Kinder (Anm.: Iris, 43, Matthias, 41, & Stanislaus, 20) überredet, dass ich was machen muss – sie haben das nicht durchgehen lassen. Und jetzt hab’ ich einen wunderschönen Heurigen gefunden, und mein jüngster Sohn, der Stanislaus, hat sich bereit erklärt, das für mich zu organisieren. Ich habe gesagt: Ich mache nichts – aber mein Jüngster übernimmt das jetzt“, so der Schauspieler und Publikumsliebling in der Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“ (sonntags immer um 18:45 Uhr auf schauTV).

Das ganze Interview:

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Und als Draufgabe gibt’s von seinem langjährigen beruflichen Weggefährten und engem Seelenverwandten, Autor Fritz Schindlecker (68), das biografische Porträt „Der Tragikomiker“ (präsentiert wird das Werk am 15. September im Rabenhof) – ein bewegtes Leben, liebevoll auf 200 reich bebilderten Seiten festgehalten.

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Herrliche Anekdoten inklusive, wie die zum Beispiel, als Otto Schenk (91) während einer Vorstellung von „Othello darf nicht platzen“ einmal auf der Bühne einfach eingeschlafen ist.

Seit 37 Jahren kenne sich Erwin und Fritz, sind auch immer wieder aneinander geraten – doch mittlerweile herrsche „Harmonie pur“, wie in dem Buch beschrieben wird.

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„Ich bin prinzipiell ein Disharmoniker und kein Harmoniker. Ich finde, dass aus Streit und aus dem Aufeinanderprallen von zwei verschiedenen Meinungen eine ehrlichere Wahrheit entsteht und der richtige Mittelweg gefunden wird. Wir sind uns zwar sehr oft einig. Aber wenn wir zum Beispiel Lesungen einrichten, macht der Fritz einen Vorschlag, dann mache ich einen Vorschlag, dann reden wir darüber und dann einigen wir uns auf einen Ablauf. Das ist ein Miteinander“, erklärt Steinhauer, der sich selbst ganz offen als „ordnungsliebend bis zur Pedanterie“ bezeichnet.

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„Ich bewundere ihn. Ich habe einmal die große Freude gehabt, in seiner Küche kochen zu dürfen. Und ich habe mich in seiner Küche wesentlich leichter zurechtgefunden als in meiner, weil da liegt alles immer woanders. Bei ihm ist alles immer ganz genau und sinnvoll geordnet und er hat zu mir einmal gesagt, er ist deswegen so ordnungsliebend, weil er einfach zu faul ist zum Zusammenräumen“, so Schindlecker lachend.

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„Und zum Suchen“, ergänzt Steinhauer grinsend. Und da ist sie wieder – die im Buch beschriebene Harmonie – weil beide angeblich nicht mehr so stur sind wie sie es seinerzeit waren.

Hollywood hat den Charakterdarsteller übrigens nie gereizt, sagt er. „Nein. Ich bin so in diese Stadt und in meine Familie verliebt. Ich war einmal für längere Zeit in Düsseldorf, wo auch mein ältester Sohn, der Matthias (auch Schauspieler, nur ohne -hauer, er nennt sich nur mehr Stein), auf die Welt gekommen ist. Und dort habe ich immer gesagt: Der schönste Platz in Düsseldorf ist der Flughafen, weil da bin ich nur eineinhalb Stunden von Wien weg.“

Warum Steinhauer sein Talent nicht durch den Besuch von Schauspielschulen ruiniert hat, wie stolz er auf seinen Nachwuchs ist, ob er jetzt ein Problem mit dem Alter hat, was seine Stärken und Schwächen sind und was er mit Weltstar Anthony Hopkins (83) gemeinsam hat, sehen Sie oben im Video.