Politik/Inland

Erneut weniger als 100 Gigawattstunden eingespeichert

In Österreichs Gasspeicher sind erneut weniger als 100 Gigawattstunden (GWh) pro Tag geflossen. Für Freitag, den 1. Juli, weist die AGSI-Datenbank von Gas Infrastructure Europe (GIE) eine Speichermenge von 99,4 GWh aus. Damit erhöhte sich der Füllstand gegenüber dem Vortag nur geringfügig von 45,12 auf 45,20 Prozent. Es ist das zweite Mal binnen weniger Tage, dass weniger als 100 GWh pro Tag eingespeichert wurde. Am Dienstag, den 28. Juni, waren es nur 70 GWh.

Strategische Reserve in Gefahr?

Ziel der Regierung ist, die Speicher bis zum Beginn der Heizsaison auf 80 Prozent zu füllen. Um das Ziel zu erreichen, müssen noch mehr als 33.000 GWh eingespeichert werden. Weil vergangene Woche die Einspeicherung "merklich zurückgegangen" ist, berät die Regierung am Dienstag über die Lage.

Am meisten Gas füllt derzeit die OMV in ihre Speicher in Niederösterreich, in Tallesbrunn und Schönkirchen. Fast 63 der knapp 100 GWh am Freitag flossen in diese beiden Gasspeicher. Aus dem Astora-Speicher in Haidach hingegen wurde laut AGSI Gas entnommen. Weiter leer ist der Speicher der Gazprom-Tochter GSA, der sich ebenfalls in Haidach bei Salzburg.

Nicht an österreichisches Netz angebunden

Der Gasspeicher Haidach ist aktuell nur an das deutsche, nicht aber an das österreichische Gasnetz angeschlossen, er spielt für die bayerische Industrie eine zentrale Rolle. Speicherunternehmen in Haidach sind die RAG AG sowie die Gazprom-Töchter GSA und Astora. Der Teil des Speichers, der der Gazprom-Germania-Tochter Astora gehört, wird befüllt, weil Gazprom Germania unter deutscher staatlicher Verwaltung steht. Um jenen von GSA ebenfalls befüllen zu können, hat Österreich das Gaswirtschaftsgesetz geändert.

Über Haidach und Deutschland werden auch Tirol und Vorarlberg mit Gas versorgt, da diese beiden Bundesländer nicht mit dem sogenannten Marktgebiet Ost, also dem Gasnetz in Ostösterreich, verbunden sind.