Politik/Ausland

Putin wird nicht zu D-Day-Gedenkfeier eingeladen

156.000 alliierte Soldaten stürmten am 6. Juni 1944 die Wehrmacht-Stellungen in der Normandie – kein Jahr später kapitulierte das Dritte Reich. Wenn sich dieser Tag in wenigen Wochen zum achtzigsten Mal jährt, wird die Gedenkfeier ohne den russischen Präsidenten Wladimir Putin stattfinden. Die französischen Organisatoren laden ihn nicht ein: „Die Russische Föderation führt seit mehr als zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den Frankreich aufs Schärfste verurteilt. Angesichts dieser Umstände wird Präsident Putin nicht eingeladen, an den Gedenkfeiern zur Landung in der Normandie teilzunehmen“, begründete die staatliche Organisation.

27 Millionen tote Sowjet-Bürger

Das offizielle Russland soll allerdings eingeladen werden, „damit die Bedeutung des Engagements und der Opfer des sowjetischen Volkes sowie sein Beitrag zum Sieg von 1945 gewürdigt werden“. Während des Zweiten Weltkriegs ließen mehr als 27 Millionen Bürger der Sowjetunion ihr Leben, davon 8,7 Millionen Soldaten.

Jedes Jahr um den 6. Juni finden in der Normandie zahlreiche Veranstaltungen zum Gedenken des D-Day statt, alle fünf Jahre werden die Jubiläen mit internationalen Gedenkveranstaltungen begangen. 

2014 – anlässlich des 70. Jahrestages – war Putin noch eingeladen. Und das, obwohl er wenige Monate zuvor völkerrechtswidrig die ukrainische Halbinsel Krim annektiert hatte. 

Damals sagte der damalige französische Präsident François Hollande: „Man kann Meinungsverschiedenheiten mit Wladimir Putin haben, aber ich habe nie vergessen und werde nie vergessen, dass das russische Volk Millionen von Menschenleben gegeben hat.“

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich der Ton zwischen Frankreich und Russland verschärft. Emmanuel Macron fährt seit Februar – zumindest in Worten – eine harte Rhetorik gegen den Kreml und brachte gar französische Bodentruppen in der Ukraine ins Spiel. Wie viel davon rhetorisches Geplänkel Macrons ist, wird sich weisen.

Russland äußerte sich am Mittwoch zur Causa und betonte, bisher nicht von Frankreich zu den Gedenkfeiern eingeladen worden zu sein. „Bisher haben wir noch keine Bestätigung auf diplomatischem Wege erhalten“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa.