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über Unternehmer-Pessimismus
25.11.2015

Wie man Firmen erfolgreich quält

Mit Zielpunkt ist der nächste Großbetrieb pleite. Aber auch bei den mittleren Unternehmen wackeln Jobs.

Unternehmer fühlen sich immer öfter in die Rolle des Klassenfeinds gedrängt.

Dr. Martina Salomon | über Unternehmer-Pessimismus

Stimmungslage: dicht bewölkt. Aussichten: Sturmtief. So präsentieren sich derzeit Teile der Wirtschaft, vor allem die mittleren Unternehmen. Jedes vierte will Personal abbauen. Das Vertrauen in eine positive Entwicklung des Landes ist gering. Unternehmer fühlen sich immer öfter in die Rolle des Klassenfeinds gedrängt, der gefälligst blechen soll. Es werden ja auch ständig neue, tolle Steuerideen gewälzt und weitere Kontrollen für Firmen erfunden. Gleichzeitig ist gut sichtbar, wie eine Regierung weder eine kleine Kärntner Landesbank noch einen Flüchtlingsstrom auch nur halbwegs kontrollieren kann, geschweige denn eine große Staatsreform schafft. Während erfolglose Manager staatsnaher Firmen meist noch eine stattliche Abfertigung nachgeschmissen bekommen, sehen sich Selbstständige ständig kriminalisiert. Die Registrierkassenpflicht ist zwar völlig in Ordnung, aber die Art der Einführung haarsträubend. Obwohl eine Wohnbau-Offensive dringend nötig wäre, würgt man mit Regelungen (etwa veränderten Abschreibungen) und periodisch wiederkehrenden Debatten über neue Mietzinsobergrenzen den privaten Wohnbau ab. Dafür soll eine Wohnbaubank kommen. Aber wer braucht die? Ja, natürlich gab es einzelne Entlastungsmaßnahmen. An den Unternehmer-Problemen trägt auch nicht nur der Bund die Schuld. Das liegt genauso an den Sozialversicherungen; an den Ländern, wenn sie Bundesgesetze schlecht ausführen; an Branchenvertretern, die sich Regelungen wünschen, nur um das Geschäft zu sichern; am stockenden Konsum. Manches ist auch einfach hausgemacht, wie bei Zielpunkt. Alles in allem aber ein bitterer Cocktail.

martina.salomon@kurier.at