Am Herd mit Martin Strobl

42 meiner 117 prominenten Gäste durfte ich bis jetzt in meiner eigenen Küche am Schafberg begrüßen. Zum Muttertag bekocht mich hier mein einziger wirklicher Promi: mein Sohn.
Ein Junge und eine Frau machen zusammen rote Pasta in einer Küche.

Neun Jahre wird er im Sommer, mein großer kleiner Bub. Sein allererster Berufswunsch war Fußballer, dann hat er auf Koch umgeschwenkt, derzeit möchte er Wirt werden. Bühnenwirt, so wie sein Papa. In Gutenbrunn im Waldviertel. Schon mit vier stellte Martin trocken fest: „Wenn der Papa stirbt, werde ich der Bühnenwirt.“ Winzer, Förster, Wirte, das steckt in seinen Genen. Bei der Auswahl des Rezepts sind wir uns schnell einig: selbstgemachte Nudeln. Die Eier dafür legen unsere eigenen Hühner im Weinviertel, die Suche nach Hartweizengrieß sparen wir uns, mit normalem, griffigem Mehl klappt’s bestens, das war doch schon bei unseren Großmüttern so.

Ein Junge rollt Teig für bunte Nudeln mit einem Nudelholz aus.
Am Herd mit Heidi und Martin Strobl
Mit voller Konzentration rührt und knetet Martin den grünen Teig. „Ja, der wird schön.“ Beim roten erledigt die harte Arbeit dann die Küchenmaschine. „Ich glaub, wir sollten ein bisserl mehr aufdrehen Mama.“ Während Gelb entsteht, rasten Grün und Rot im Kühlen. Dann ran an die Nudelmaschine. Die ersten Stücke walkt der Jungkoch noch einfärbig aus, dann kommen die spannenden Mischungen. Bandnudeln – unten rot, oben grün. Die Abschnitte werden zusammen mit Gelb zu einem neuen Teig, und daraus entstehen letztendlich sehr dünne, sehr bunte Spaghetti. Wir nennen sie Gummiringerlnudeln. Kurz gekocht, in Butter geschwenkt, fertig. Beim Parmesanreiben müssen wir wie immer lachen, weil uns die alte Geschichte einfällt: Autofahrt. Martin zeigt hinaus auf ein paar Fasane und sagt: „Schau Parmesane.“ Damals war er zwei Jahre alt.

Womit auch immer mich mein Sohn morgen überraschen wird, mein Muttertagsgeschenk hab ich schon: die Freude an unserem gemeinsamen Kochen und viele bunte Bilder.

Bunte Nudeln

Ein Teller mit drei Nestern bunter Pasta, bestreut mit Käse und garniert mit einer Blüte.
Am Herd mit Heidi und Martin Strobl
Basisteig: 250 g griffiges Mehl, 2 Eier, 1 EL Öl, Salz
Grüne Nudeln: plus 50 g passierter Spinat
Rote Nudeln: plus ein halbes Achterl Rote-Rüben-Saft
Gelbe Nudeln: 2-3 EL Wasser

Mehl abwiegen und auf die Arbeitsfläche schütten. In der Mitte eine Mulde machen, eine Prise Salz dazu, Eier hineinschlagen, mit Gabel oder Finger kreisförmig in das Mehl einarbeiten. Öl und „Farbe“ dazugeben und kräftig mit den Handballen durchkneten, bis der Teig glatt ist (ca. 10 Minuten). Ist der Teig zu weich, Mehl dazu, ist er zu fest, mit nassen Händen kneten. In Klarsichtfolie wickeln, mindestens 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Mit einer Nudelmaschine auswalken und schneiden. Dabei wichtig: immer wieder mit Mehl bestauben, damit die Nudeln nicht zusammenkleben. In Salzwasser kochen, in Butter schwenken, Parmesan drüberreiben.

5 Fragen

Ein Junge mit einem Dinosaurier-T-Shirt verpackt Teig in Frischhaltefolie.
Am Herd mit Heidi und Martin Strobl
Dein Lieblingslokal?Kim kocht, Wien 9.
Welche Küche der Welt ist dir am liebsten?Die asiatische.
Was würdest du nie essen?Bananen.
Deine Lieblingsspeise?Gemüse-Wok mit Glasnudeln.
Welche Speise vermag es, dich zu trösten?Toastbrot mit Olivenöl und Paradeisern.

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