Atomreaktor im Prater brummt weiter

Vertrag mit den USA über den Austausch der Brennstäbe sichert den Betrieb bis mindestens 2025. Die Grünen sind empört.
Ein gelbes, zylindrisches Gerät steht in einem Labor voller Tische und Apparaturen.

Fukushima hin oder her: Die Mär vom atomreaktorfreien Österreich bleibt auch weiterhin eine solche. Denn anders als zuletzt noch diskutiert, bleibt der Forschungsreaktor der TU Wien im Prater auch nach dem Jahr 2016 in Betrieb.

Die Anlage unweit des Riesenrads besteht bereits seit 50 Jahren. Hier werden unter anderem Sicherheitsforschung betrieben und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ( IAEO) ausgebildet.

Demnächst soll ein Vertrag mit dem US-Energieministerium unterzeichnet werden. Sein Inhalt: Die USA übernehmen die mittlerweile in die Jahre gekommenen Brennstäbe und liefern dafür neue an. Damit kann der Reaktor bis mindestens 2025 weiter betrieben werden, heißt es seitens der TU.

Nach Informationen, die den Grünen vorliegen, soll der Deal die Republik 26 Millionen Euro kosten. Und das, obwohl die TU derzeit 20 Millionen Euro Schulden habe und knapp vor dem Bankrott stehe. "Die Regierung spart bei der Bildung kann es sich gleichzeitig leisten, 26 Millionen Euro für den Betrieb eines Reaktors auszugeben, den niemand wirklich braucht", sagt Parteichefin Eva Glawischnig.

Noch dazu soll der Atom-Deal ohne parlamentarische Kontrolle über die Bühne gebracht werden.

"Exzellente Arbeit"

Im Büro des zuständigen Wissenschaftsministers Karlheinz Töchterle (ÖVP) versteht man die Aufregung der Grünen nicht: Die Forscher im Reaktor würden exzellente Arbeit leisten. Gerade im Zusammenhang mit der Katastrophe von Fukushima hätten sie ihre Kompetenz unter Beweis gestellt. Auch seitens der TU streicht man die wichtige Rolle des Reaktors für die Grundlagenforschung hervor.

Obendrein würden die Kosten für den Tausch der Brennstäbe nur einen Bruchteil der von den Grünen genannten Summe ausmachen, heißt es im Büro Töchterle.

Die Öko-Partei will das freilich nicht glauben. In einer parlamentarischen Anfrage an den Minister will sie demnächst Licht in den Atom-Deal mit den Amerikanern bringen.

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