Chronik/Welt

Papua-Neuguinea: Armee wegen Vulkanausbruchs im Einsatz

Nach dem Ausbruch des Vulkans Ulawun in Papua-Neuguinea, der als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt gilt, hat das Land die Armee für Hilfseinsätze mobilisiert. Wie Ministerpräsident James Marape am Freitag sagte, sollen die Soldaten im Katastrophengebiet helfen, wo der Notstand ausgerufen wurde. Durch den Vulkanausbruch sollen zwischen 7.000 und 13.000 Menschen vertrieben worden sein.

Nach Angaben eines örtlichen Politikers verloren rund tausend Menschen ihre Häuser. Die Hilfen für die Betroffenen gestalteten sich schwierig, da der größte Flughafen der Region von Asche bedeckt war und geschlossen werden musste.

Erhebliches Risiko für heftige Eruptionen

Der Ulawun liegt auf der Insel Neubritannien im Bismarck-Archipel. Nach Angaben von Wissenschaftern besteht bei ihm ein erhebliches Risiko für große und heftige Eruptionen. Obwohl er einer der aktivsten Vulkane des Landes ist, leben tausende Menschen in seinem Schatten.

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Der Vulkan hatte in den vergangenen Tagen kilometerhohe Aschewolken ausgestoßen. Freitagfrüh gab es nach Angaben des nahe dem Vulkan gelegenen Rabaul-Beobachtungszentrums eine einmalige Explosion, seither habe sich die Aktivität wieder etwas abgeschwächt.

Östliche Neubritannier sind noch gelassen

Ausnahmsweise nicht betroffen ist diesmal die Stadt Rabaul, die im Osten Neubritanniens liegt. Rabaul liegt am Fuße zweier Vulkane, die daueraktiv sind und regelmäßig Asche spucken. Der letzte große Ausbruch fand 1994 statt. Damals wurde die gesamte Stadt zerstört.

Dementsprechend gewohnt haben sich Neubritanniens Bewohner an die immerwährende Gefahr. Dickson Kondaul, der für die Fischerei-Industrie in Rabaul arbeitet, zeigt sich gegenüber dem KURIER gelassen: "Der Vulkan, der ausgebrochen ist, liegt in der westlichen Provinz Kimbe. Das betrifft uns nicht."

Neubritannien hieß vormals Neumecklenburg, als es noch einer deutschen Kolonie angehörte. Danach kam es in britischen Besitz und litt stark unter dem Zweiten Weltkrieg. Australier und Japaner lieferten sich auf der kulturell noch heute unglaublich vielfältigen Insel heiße Schlachten, in die auch regelmäßig Einheimische involviert wurden.

Rabaul beheimatet neben der Stadt Finschhafen, die im Osten der Hauptinsel Neuguinea liegt, die letzten Bewohner Papua-Neuguineas, die "Unserdeutsch" sprechen, ein leicht abgewandeltes, aber verständliches Deutsch.

Auch Ausbruch auf Manam

Vulkanologen berichteten unterdessen von einem weiteren Ausbruch auf der nahegelegenen Vulkaninsel Manam. Nach Angaben des australischen Darwin-Zentrums für Vulkanasche-Warnungen zeigten Satellitenbilder eine anhaltende Eruption. Manam zählt zu den aktivsten Vulkanen Papua-Neuguineas. Der Vulkan brach zuletzt im Jänner aus.

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In Madang, einer östlichen Stadt auf Neuguineas Hauptinsel, die in der Nähe Manams liegt, zeigt man sich besorgt. Menschen wurden dazu aufgerufen, wegen der hohen Aschebelastung kein Regenwasser zu sammeln. Weite Teile Papua-Neuguineas verfügen über keine Wasseraufbereitungsanlagen oder Stromleitungen und sind auf Regenwasser angewiesen.

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Flüge nach Manam sind derweil von der Fluggesellschaft Air Niugini ausgesetzt worden. Einheimische Journalisten kritisierten indes auf Facebook, dass der staatliche Katastrophenschutz nicht schnell genug auf den Ausbruch in Manam reagiere.

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