Chronik/Welt

Mindestens 30 Tote bei Bootsunglück vor Süditalien

Eine neue Migrantentragödie hat sich vor einem Strand vor der Hafenstadt Crotone in der süditalienischen Region Kalabrien abgespielt: Mindestens 33 Leichen, darunter viele Kinder, wurden von der Küstenwache geborgen, die zur Rettung des in Seenot geratenen Bootes eingriff. 27 Leichen wurden an den Strand gespült. Weitere Tote seien aus dem Wasser geborgen worden. Die Suche nach den Vermissten dauerte an und wurde durch starken Wellengang erschwert.

Das überladene Fischerboot, das wahrscheinlich mehr als 250 Personen aus dem Iran, Pakistan und Afghanistan an Bord hatte, konnte dem rauen Meer nicht standhalten und prallte wenige Meter vor der Küste gegen die Felsen. Es brach in zwei Teile. 50 Migranten konnten gerettet werden. Patrouillenboote sind auf See mit der Suche nach Überlebenden beschäftigt. Polizei und Carabinieri sowie Mitarbeiter des Roten Kreuzes eilten ebenfalls zum Unglücksort. Die Opferbilanz könnte sich erhöhen. Am Strand seien auch rund 50 Überlebende gefunden worden.

Immer wieder schwere Unglücke vor Italien

Jedes Jahr versuchen Tausende Migranten auf oft wenig seetauglichen Booten aus Nordafrika nach Italien und damit nach Europa zu gelangen. Immer wieder kommt es auch zu schweren Unglücken. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind in diesem Jahr bis einschließlich Donnerstag schon 13.067 Migranten auf dem Seeweg ins Land gekommen, weit mehr als doppelt so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum (5.273). Tausende Menschen sind in den vergangenen Jahren bei Schiffbrüchen ums Leben gekommen.

Ein neues Gesetz der rechten Regierung von Giorgia Meloni, das in der vorigen Woche vom Senat verabschiedet wurde, erschwert zudem die Arbeit ziviler Seenotretter. Der Großteil der Migranten gelangt allerdings mit eigenen Schiffen und Booten nach Italien.