Chronik/Niederösterreich

Feuerinferno lässt böse Erinnerungen wach werden

Erinnerungen an 2009 werden wach. Damals hat ein Feuerteufel wochenlang einen gesamten Konzern in Atem gehalten und nach sechs Brandstiftungen einen Großteil der Mayr-Melnhof Papierfabrik in Schutt und Asche gelegt. Ein 23-jähriger Feuerwehrmann und Mitarbeiter des Betriebes wurde schließlich gefasst und zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

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Brandalarm

Nicht zuletzt wegen dieser Erfahrung liegen seit dem Wochenende in der Fabrik in Hirschwang am Fuße der Rax die Nerven blank. Ein Großbrand hat in der Nacht auf Sonntag die 3000 große Lagerhalle des Betriebes in Schutt und Asche gelegt. Gegen 22.45 Uhr hatte in der Sicherheitszentrale des Betriebes die Brandmeldeanlage Alarm geschlagen. Obwohl Mitarbeiter aus der Nachtschicht rasch vor Ort waren, war nichts mehr zu machen. „In der Halle war die Produktion mehrerer Tage gelagert. Die Mayr-Melnhof Gruppe produziert am Standort Hirschwang etwa 80.000 Tonnen Recyclingkarton pro Jahr und verarbeitet etwa 48.000 Tonnen Karton und Papier jährlich zu Faltschachteln“, erklärt Unternehmenssprecher Stephan Sweerts-Sporck. Das Material brannte wie Zunder und ließ die Halle binnen Minuten lichterloh in Flammen aufgehen.

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Mehrere Hundert Feuerwehrleute von 35 Feuerwehren aus dem gesamten Bezirk kämpften stundenlang damit, die Flammen in Schach zu halten und ein Übergreifen auf die Produktionshallen der Papierfabrik zu verhindern. Der beherzte Einsatz zahlte sich aus. Der Bereich, in dem die Faltschachteln erzeugt werden, konnte vor dem Feuerinferno bewahrt werden. „Die Produktion wird in Kürze wieder anlaufen“, so Sweerts-Sporck.

Ermittlungen

Seit Montag laufen die Brandermittlungen am Areal in Hirschwang auf Hochtouren. Neben Brandermittlern des nö. Landeskriminalamtes sind auch Spezialisten des Bundeskriminalamtes sowie der Kriminaltechnischen Zentralstelle (KTZ) vor Ort, um die Ursache für das Feuer herauszufinden. Der Brand ist demnach in dem Abschnitt der Lagerhalle entstanden, wo sich die Docks zur Be- und Entladung der Lkw befinden.

Überprüft wurden auch mögliche Zusammenhänge zu drei Bränden in der Papierfabrik in den Jahren 2018 und 2019. Bei diesen Zwischenfällen dürfte Brandstiftung allerdings nicht in Frage kommen, heißt es bei der Polizei.

Was das Inferno vom Wochenende betrifft, kann derzeit weder Brandstiftung noch eine technische Ursache ausgeschlossen werden. Ermittelt werde in alle Richtungen, so die Polizei.

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