Chronik/Burgenland

Das Burgenland hat seinen ersten Feuerwehrdirektor

Mit 1. Jänner 2020 beginnt für die burgenländischen Feuerwehren eine neue Zeitrechnung. An diesem Tag tritt das neue Feuerwehrgesetz mit dem Titel „Gesetz über die Feuer- und Gefahrenpolizei und das Feuerwehrwesen“ in Kraft – und der neue Landesfeuerwehrdirektor Sven Karner seinen Dienst an.

Das Gesetz, an dem seit 2016 gearbeitet und das im Oktober beschlossen wurde, war im Vorfeld umstritten. Wegen der Kritik wurden die rund 17.000 Mitglieder dazu befragt, doch der Rücklauf bei den Antworten hielt sich in Grenzen. Die wichtigste Änderung betrifft die demokratische Einbindung aller Feuerwehrmitglieder. 2021 werden erstmals alle Ortskommandanten von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl bestimmt. Diese wählen dann die Abschnitts- und Bezirkskommandanten. Alle Chefs mit ihren Stellvertretern zusammen bestimmen den obersten Feuerwehrmann des Landes, derzeit ist das Alois Kögl.

Zweiter Chef im Amt

Künftig wird dem Landesfeuerwehrkommandanten aber ein Direktor zur Seite gestellt – um behördliche Aufgaben vom Bereich der Selbstverwaltung zu trennen. Dieser wird von der Regierung bestimmt. Unter sieben Bewerbern hat sich im Objektivierungsverfahren der 39-jährige Südburgenländer Sven Karner durchgesetzt. Er wurde von Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) unlängst präsentiert.

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Karner zeichnet sich aufgrund seiner Ausbildung durch hohe fachliche Kompetenz aus und ist durch seine langjährige aktive Mitgliedschaft bei der Feuerwehr, zuletzt als stellvertretender Kommandant des Bezirksfeuerwehrkommandos Jennersdorf, tief in der Materie verankert“, streute Tschürtz dem neuen Feuerwehrdirektor Rosen.

Was macht der Feuerwehrdirektor?

Karner tritt seinen Dienst zu Jahresbeginn für fünf Jahre an, eine Wiederbestellung ist möglich. Zu seinen Aufgaben gehört etwa die Erlassung von Richtlinien zur Erstellung von Alarm- und Einsatzplänen. Er hat ein Anhörungsrecht bei der Errichtung und Auflösung einer Feuerwehr und bei der Erlassung der Dienstordnung für den Landesverband sowie für alle Feuerwehren. Der Landesfeuerwehrverband bleibt aber ein Selbstverwaltungskörper. „An der Spitze steht weiterhin der Landesfeuerwehrkommandant“, stellte Tschürtz klar.

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Der in Rudersdorf wohnhafte Karner hat ein Diplomstudiengang in Gebäudetechnik und einen Masterstudiengang in Fire Safety Management absolviert. Karner ist seit 25 Jahren in der Feuerwehr Rudersdorf-Ort aktiv. Seit 2009 ist er Feldingenieur für Haustechnik und Brandschutz und technischer Trainer bei der Hilti Austria.

Karner war bei der Erarbeitung des Gesetzes eingebunden und an der Erstellung der Ausrüstung, der Sicherheitspläne und der Ausbildung der Feuerwehren für den S7-Tunnel beteiligt. Karner sieht sich als „zielstrebig, selbstorganisiert, lösungsorientiert und optimistisch“, Feuerwehr sei seine „große Leidenschaft“. Es werde „ein gemeinsames Vorgehen im Feuerwehrwesen“ geben, eine enge Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrverband ebenso wie mit der Landessicherheitszentrale.