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EU prüft Folgen von KI-Beschränkung

US-Regel für Anthropic wird untersucht. Deutscher Digitalverband Bitkom warnt vor den Folgen der Beschränkung.
Illustration shows Anthropic logo

Am Freitag hat der US-amerikanische KI-Entwickler Anthropic mitgeteilt, seine fortschrittlichsten KI-Modelle für alle Nutzer abrupt zu deaktivieren. Grund sei eine Anordnung der US-Regierung, den Zugang zu den Modellen für ausländische Staatsangehörige auszusetzen. Washington begründete dies mit Bedenken für die nationale Sicherheit.

Die EU-Kommission prüft nun die praktischen Auswirkungen dieser US-Richtlinie. Maßnahmen in diesem Zusammenhang sollten Partner nicht diskriminieren, teilte die Brüsseler Behörde mit. „Wir prüfen die praktischen Konsequenzen für die europäischen Nutzer dieser Dienste genau“, sagte ein Sprecher. Die Entwicklung sei ein weiteres Beispiel dafür, warum Europa seine technologische Souveränität stärken müsse.

Diskriminierungsgefahr

Wenn die Leistungsfähigkeit von Anthropic-KI für europäische Nutzer eingeschränkt werde, habe dies „unmittelbar Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit unserer klassischen Industrien und unserer Verwaltungen“, sagt Ralf Wintergerst, Präsident des deutschen Digitalverbandes Bitkom. „Es beeinträchtigt auch unsere Sicherheit und zum Beispiel die Exzellenz unserer Wissenschaft.“ Deutschland und Europa seien beim Zugang zu den stärksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhängig.

In den Fokus geraten ist der nun blockierte Zugang zu den KI-Modellen „Fable 5“ und „Mythos 5“ von Anthropic. Die US-Behörden befürchten Experten zufolge, dass die KI-Modelle zum Aufdecken von Schwachstellen in Software missbraucht werden könnten.

Anthropics Verhältnis zur Regierung von US-Präsident Donald Trump ist angespannt. Das Unternehmen hatte sich geweigert, dem US-Militär die Nutzung seiner Modelle für inländische Überwachung und vollständig autonome Waffensysteme zu gestatten. Daraufhin setzte die Regierung Anthropic auf eine schwarze Liste für Lieferketten.D. Kotrba

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