Alaba will von einem Pflichtsieg nicht reden

David Alaba und ein weiterer österreichischer Fußballspieler in Trainingskleidung.
"Sie sind nicht zu unterschätzen, das wird nicht einfach", warnt der Bayern-Profi vor den Moldauern.

David Alaba hat in den bevorstehenden beiden Partien der EM-Qualifikation zwei Siege im Visier. Geht es nach dem ÖFB-Star, dann sollen am Donnerstag (20.45 Uhr/live ORF eins) in Chisinau gegen Moldawien und am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF eins) in Wien gegen Montenegro sechs Punkte eingefahren werden, um auf Kurs Richtung EURO 2016 in Frankreich zu bleiben. Von einem Pflichtsieg gegen die Moldawier wollte der 22-Jährige aber nicht sprechen. "Sie sind nicht zu unterschätzen, das wird nicht einfach", warnte der Wiener.

Am Dienstag wurde das Team im Camp in Stegersbach von Nationaltrainer Marcel Koller mittels Videostudium über den nächsten Gegner informiert. "Die Moldawier stehen hinten kompakt und bekommen nicht viele Tore", sagte Alaba über die Nummer 105 der FIFA-Weltrangliste, die mit einem 0:2 in Montenegro in die EM-Qualifikation gestartet ist. Die Qualitäten der Osteuropäer sollten aber nur sekundär sein, forderte der Bayern-Legionär. "Wir müssen unser Spiel durchziehen und an unsere Stärken glauben."

Alaba war in der abgelaufenen WM-Qualifikation Österreichs bester Torschütze und erzielte auch das bisher einzige ÖFB-Tor in der laufenden EM-Quali aus einem Elfmeter beim 1:1 gegen Schweden. Warum er im Moment der treffsicherste Spieler der Koller-Truppe ist, weiß der 33-fache Teamspieler selbst nicht so genau. "Ich versuche einfach, mein Spiel zu spielen und der Mannschaft zu helfen. Mir ist es bewusst, dass ich beim Nationalteam mehr Verantwortung habe als bei den Bayern."

Beim deutschen Tabellenführer agierte Alaba zuletzt links in der Dreierkette, wobei sich generell seine Rolle während einer Partie oft ändert. "Ich habe manchmal schon drei Position in einem Match gespielt. Ich bin noch ein junger Spieler, der viel dazulernen kann. Es tut mir gut, wenn ich viele Positionen spielen kann."

Lernen kann Alaba auch von seinem Klubkollegen Xabi Alonso, der es Ende September beim 2:0 in Köln auf über 200 Ballkontakte brachte. Ob der Baske in diesem Spiel einen Magnet verschluckt hatte? "Schaut so aus", schmunzelte der Österreicher. "Er ist ein besonderer Spieler, der sehr gut in der Mannschaft integriert ist und auch den Risiko-Pass beherrscht. Seine Ruhe am Ball ist einzigartig." Seine Spielweise sei mit der von Xabi Alonso nicht wirklich zu vergleichen, betonte Alaba. "Er ist oft hinter dem Ball, ich habe mehr Offensivdrang."

Abwechslung

Davon kann sich Zlatko Junuzovic am 18. Oktober überzeugen, wenn es in München gegen die Bayern geht. In der aktuellen Situation - Werder ist Tabellenletzter - hält sich die Vorfreude des Mittelfeldspielers auf diese Partie in Grenzen. "Doch danach kommen die Partien gegen Mannschaften auf Augenhöhe", meinte der Ex-Austrianer.

Ein Fußballspieler liegt am Boden, während ein anderer in Grün daneben steht.
David Alaba und Zlatko Junuzovic (Bild) sind vom kicker in die Elf des Tages der deutschen Bundesliga nominiert worden. Junuzovic war für das deutsche Fußball-Fachmagazin bei der 0:3-Heimniederlage gegen Schalke der mit Abstand stärkste Bremer (Note 2).
An Junuzovic lag es nicht, dass es mit den Bremern in den vergangenen Wochen immer weiter bergab ging - der 27-Jährige zählt regelmäßig zu den stärksten Spielern der Norddeutschen. "Aber meine guten Leistungen bringen mir nichts, wenn wir Letzter sind."

Ob sich der 33-fache Teamspieler die Werder-Misere noch lange antut, ist offen. Sein Vertrag läuft mit Saisonende aus, eine Einigung auf eine Verlängerung gab es bisher nicht. Selbst ein Abschied im Jänner-Transferfenster scheint nicht mehr ausgeschlossen. "Für mich zählt jetzt nur der Fußball. Ich werde bis Winter mit meiner Entscheidung warten."

Vorerst bietet der Aufenthalt beim Nationalteam eine willkommene Abwechslung. "Ich kann jetzt vom Kopf her entspannen. Es ist gut, dass man wegkommt und etwas anderes sieht", sagte Junuzovic.

Mit zwiespältigen Gefühlen hat Florian Klein im Camp in Stegersbach eingecheckt. Zum einen fiel der VfB Stuttgart, Arbeitgeber des Oberösterreichers, durch das 2:3 am Freitag bei Hertha BSC an die drittvorletzte Stelle zurück, zum anderen wurde Klein für seine Leistung in diesem Match mit der erstmaligen Berufung in die kicker-Elf des Tages belohnt.

Mit der Tabellenplatzierung sei er alles andere als zufrieden, betonte Klein. "Aber man kann nicht sagen, dass alles katastrophal ist. Wir haben schon hohe Qualität in der Mannschaft." Dies gelte auch für Martin Harnik, der zuletzt seinen Platz in der Startformation bei den Schwaben verlor. "Die gesamte Taktik ist ein bisschen geändert worden", sagte Klein in diesem Zusammenhang.

Der 27-Jährige schaffte nach seinem Wechsel von Salzburg nach Stuttgart im Sommer prompt den Sprung zum Stammspieler in der Weltmeister-Liga, von der er begeistert ist. "In Österreich war das Niveau in Spitzenspielen auch hoch, aber natürlich ist man in Deutschland jede Woche mehr gefordert. Und wenn das Stadion jedes Mal ausverkauft ist, braucht man keine zusätzliche Motivation", erzählte Klein.

Die Karriere des Rechtsverteidigers kam etappenweise ins Laufen. Der LASK-Eigenbau-Spieler ging 2009 für drei Saisonen zur Wiener Austria, danach folgten zwei Saisonen in Salzburg, ehe es ihn nach Stuttgart zog. Bei den "Bullen" hatte Klein im Kampf um ein Stammleiberl des öfteren das Nachsehen. "Das war sicher meine wichtigste Zeit, weil ich gelernt habe, dass man viel investieren muss, wenn es einmal nicht so läuft", erklärte der 21-fache ÖFB-Internationale.

Geduldspiel

Das Match gegen Moldawien könnte zu einem Geduldspiel werden, vermutete Klein. "Es wird nicht so einfach, wie sich das alle vorstellen, und sicher kein Selbstläufer. Die Moldawier haben große Spieler, da müssen wir bei Standardsituationen aufpassen."

Der Deutschland-Legionär erwartet einen defensiv eingestellten Gegner. "Die Moldawier verteidigen mit neun oder zehn Spielern, deshalb wäre ein frühes Tor gut. Aber wenn uns das nicht gelingt, dürfen wir auch nicht die Nerven wegschmeißen", forderte Klein.

Kommentare