Jahrestag der Revolution: Der Aufstand gegen Mubarak

Rückblick: Vor zwei Jahren begannen die Proteste gegen Mubarak - nun wird erneut demonstriert.

Am 25. Januar 2011 gehen tausende Ägypter für mehr Demokratie auf die Straße. Vorbild für die Proteste ist Tunesien. Dort hatte sich einige Wochen vorher der Gemüsehändler Mohammed Bouazizi aus Verzweiflung über Behördenwillkür selbst verbrannt. Nach der Verzweiflungstat fordern tausende Tunesier Reformen und bilden damit den Keim zur tunesischen "Jasmin-Revolution". Diese breitet sich über den gesamten arabischen Raum aus. Im ägyptischen Kairo versammeln sich mehrere Zehntausend Menschen auf dem Tahrir-Platz, um gegen den damaligen Präsident Hosni Mubarak zu demonstrieren. Auch in Alexandria prangern die Menschen die fehlende Freiheit unter seinem Regime an - und zerreisen aus Protest ein riesiges Porträt Mubaraks. Am Ende waren es mehrere Zehntausend Menschen auf dem Tahrir-Platz, die gegen Präsident Mubarak demonstrieren. DIe Proteste blieben aber nicht friedlich. Mit aller Härte versuchte Ägyptens Führung, die aufkeimenden Proteste gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit zu beenden. Die Polizisten gingen brutal gegen die Demonstranten vor. Nachdem die Gewalt in Kairo eskalierte, rüsteten auch die Demonstranten auf. Vor allem mit Tränengas wurde attackiert. Hunderte Menschen werden verletzt. Wochenlang wird demonstriert. Erst Mitte Februar verkündet Mubarak seinen Rücktritt. Zwei Jahre später brodelt der Tahrir-Platz in Kairo noch immer. "Nieder mit der Macht des Führers", rief die Menge am 2. Jahrestag mit Blick auf den Anführer der islamistischen Muslimbruderschaft, aus der Präsident Mohammed Mursi hervorgegangen ist. "Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit" - so lautet der Slogan der liberalen und linken Opposition seit zwei Jahren. Er hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Denn auch der gewählte Präsident Mohamed Mursi, Vertreter der Muslimbruderschaft, wird mit ähnlichen Vorwürfen wie Mubarak konfrontiert: Er habe die Ziele der Revolution verraten. Die Folge: Protestmärsche und ein Einschreiten der Armee - was schlussendlich zur Entmachtung Mursis und der Installation einer Übergangsregierung führt. Doch auch damit hat sich die Lage nicht beruhigt. Anhänger Mursis demonstrieren seit Wochen und zelten in Protestcamps in Kairo. Die Armee nimmt diesen Widerstand nicht hin: Am 14. August beginnt man mit der gewaltsamen Räumung der Camps - die Zahl der Toten geht in die hunderte.

Anlässlich des zweiten Jahrestages der ägpytischen Revolution wurde am Freitag erneut zu Protesten aufgerufen. Doch diesmal nicht gegen Ex-Herrscher Hosni Mubarak, sondern gegen den aktuellen Präsidenten Mohammed Mursi. Er habe die Ziele der Revolution verraten - das sind die Vorwürfe der ägyptischen Opposition gegen Mursi. Dieser rief dazu auf, den Jahrestag friedlich zu begehen. Am legendären Tahrir-Platz kam es allerdings erneut zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. Dutzende Menschen wurden dabei verletzt.

Die Anfänge der ägyptischen Revolution im Bilder-Rückblick.

(KURIER / la) Erstellt am

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