Wohnen 13.06.2018

SUP System: Unterirdischer Autoturm

Ein Liftsystem parkt die Autos bis zu 40 Meter unter die Erde. © Bild: Strohecker Architekten

Oben bleibt alles beim Alten, unten werden Autos vollautomatisch geparkt: Ein Grazer konzipierte ein neues Parksystem.

Mehr Raum zum Leben in urbane Zentren – das verspricht das neue Smart Urban Park System (SUP). Das Konzept punktet mit völliger -Neutralität, einfacher Wartung und einer schnellen Bauphase, die etwa um ein Drittel kürzer sein soll als bei herkömmlichen Parkhäusern. Darüber hinaus schafft SUP einen völlig neuen Zugang zum Thema E-Mobilität: Ein neu entwickeltes Ladesystem der Grazer Firma Volterio setzt E-Autos während des Parkens unter Strom. 20 Minuten soll der Ladevorgang insgesamt nur dauern.

Selbst Parken gehört mit SUP ebenfalls der Vergangenheit. Denn das Ein- und Aussteigen erfolgt bereits im Zufahrtsbereich. Das Auto wird an die intelligente Garage übergeben – den Rest erledigt die Technik. Ganz ohne Menschenhand werden die Karossen bis zu 40 Meter in die Tiefe befördert. Möglich macht das ein Liftsystem: Es parkt das Auto binnen 80 Sekunden – und bringt es genauso schnell wieder zurück an die Oberfläche. Die Technik ist mittlerweile gut erprobt: Im deutschen Wolfsburg sind zwei Parktürme dieser Art seit 15 Jahren wartungsfrei in Betrieb.

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Oben bleibt alles beim Alten: Man fährt in eine Box, steigt aus und übergibt das Auto an das vollautomatische Parksystem. © Bild: Strohecker Architekten

SUP ist technisch weniger aufwendig und günstiger als herkömmliche Tiefgaragen, die nicht zuletzt zu teuren Wohnungspreisen beitragen. Gleich fünf vollautomatische SUP-Systeme sind daher für die steirische Hauptstadt vorgesehen. Das erste soll in der Innenstadt bis zum Jahr 2020/21 fertiggestellt sein. Beim Urban Future Award 2018 im Rahmen der MIPIM, der weltweit größten Messe für Immobilien, wurde das System unter 2800 Einreichungen mit dem zweiten Platz in der Kategorie "Big Urban Projects" ausgezeichnet. Das Parksystem könne weltweit in jeder Stadt installiert werden und für einen völlig neuen Zugang zum Thema E-Mobilität sorgen, urteilte die Jury.

Steuern kann man den Parkprozess übrigens ganz einfach selbst, nämlich über ein App, die vom heimischen Start-up Accessio entwickelt wurde. Will man seinen Wagen zurück, gibt man einen Befehl über sein Smartphone oder seine Smartwatch ein. Die App informiert, wann das Auto zur Abholung bereitsteht. Sollte man sich verspäten, wird der Wagen automatisch zwischen geparkt. www.sup-system.com

( kurier.at , celm ) Erstellt am 13.06.2018